Konjunktur : Asien bringt Weltwirtschaft auf Trab

Nach der tiefen Konjunkturkrise belebt sich weltweit die Stimmung der Wirtschaft wieder. Darauf deutet der Weltwirtschaftsklima-Index hin, den das Münchner Ifo-Institut monatlich erhebt. Deutschland profitiert von dieser Entwicklung, doch es fehlen Jobs.

Berlin - "Getrieben wird die Erholung der Weltwirtschaft vor allem durch die dynamische Entwicklung in Brasilien sowie in Indien, China und anderen asiatischen Ländern“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag. Der Index stieg zum dritten Mal in Folge und erreichte mit 90,4 Punkten den Stand von Anfang 2008. Das Institut befragt für den Index 1000 Fachleute aus 88 Ländern.

Nach Ansicht der Wirtschaftsvereinigung OECD hellen sich auch für Deutschland die Aussichten auf. Um 1,5 Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt wachsen – die Regierung geht nur von 1,2 Prozent aus. Dank des anziehenden Exports und der staatlichen Konjunkturpakete werde die Bundesrepublik besser durch die Krise kommen als andere Länder, sagte OECD–Experte Felix Hüfner. Nun werde es „einen klassischen exportgetriebenen Aufschwung“ geben. Noch im Juli hatte die OECD nur ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt. 2011 könnte es sogar ein Wachstum von zwei Prozent geben.

Allerdings geht die OECD wie auch die Bundesregierung von einem parallelen Anstieg der Arbeitslosigkeit aus. Statt aktuell bei 3,4 Millionen werde die Zahl 2010 bei vier Millionen und 2011 bei 4,3 Millionen liegen, hieß es. Es gingen aber deutlich weniger Stellen verloren als in anderen Ländern oder bei früheren Rezessionen – Grund seien die Kurzarbeit und die Flexibilisierung der Arbeitszeit, wie die Bundesbank in einer Studie schrieb.

Auch die Gewerkschaften rechnen mit Stellenabbau, Massenentlassungen erwarten sie aber nicht. Das ergab eine repräsentative Befragung des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts von 2300 Betriebsräten. Nur jeder fünfzigste von ihnen rechne damit, dass sein Betrieb demnächst eine betriebliche Auffanggesellschaft benötige. Diese werden meist bei Massenentlassungen eingerichtet. 28 Prozent der Betriebsräte sagten, dass ihr Unternehmen die Stammbelegschaft verkleinert habe. brö

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