Konjunktur : Bau befürchtet Rezession erst im Jahr 2010

In der deutschen Bauindustrie ist von einem Abschwung bisher kaum etwas zu spüren. In diesem Jahr stagnierender Umsatz erwartet.

Berlin - Dank gut gefüllter Auftragsbücher dürfte die Produktion bis weit ins erste Halbjahr stabil bleiben, sagte der neue Präsident des Industrieverbandes HDB, Herbert Bodner, am Donnerstag in Berlin. Danach werde allerdings auch ein florierender öffentlicher Bau die Einbrüche in den Sparten Wohnungs- und Wirtschaftsbau kaum ausgleichen können. Die „volle Wucht der Rezession“ werde die Branche daher vermutlich im kommenden Jahr treffen.

Große Hoffnungen setzt die deutsche Bauindustrie daher auf das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das kommende Woche verabschiedet werden und vor allem der Baubranche zugute kommen soll. Bodner forderte die Verantwortlichen dazu auf, öffentliche Aufträge schon zu Beginn des Jahres auszuschreiben, damit nicht schon in den kommenden Wochen die Flaute in den Betrieben ankomme. Es sei nötig, einen gesunden Mix aus kurz-, mittel- und langfristigen Projekten zu schaffen, damit das Konjunkturprogramm richtig greifen könne.

Der Verbandspräsident betonte, dass die Branche über ausreichend Mittel und Kapazitäten verfüge, um die Investitionen umzusetzen. Er reagierte damit auf die Befürchtung einiger Politiker und Ökonomen, dass die Baubranche nicht genügend Personal und Zeit habe, um alle Aufträge abzuarbeiten.

Trotz der geplanten Maßnahmen rechnet die Branche in diesem Jahr im besten Fall mit stagnierenden Umsätzen. Die Preise dürften zwar nur noch moderat steigen, inflationsbereinigt laufe es jedoch auf ein Umsatzminus von etwa zwei Prozent hinaus. Die Zahl der Beschäftigten werde leicht um 5000 auf rund 700 000 fallen, sagte Bodner. ysh

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