Konjunktur : Bauindustrie will 15.000 Stellen schaffen

Die gute Konjunktur löst auf dem Bau einen Beschäftigungsschub aus. Noch im laufenden Jahr will die Branche 15.000 Stellen besetzen. Aber auch hier droht für die kommenden Jahre ein Fachkräftemangel.

Die deutsche Bauindustrie rechnet in diesem Jahr mit deutlich mehr Stellen im Bauhauptgewerbe als in den vergangenen Jahren. "Wir haben überall Zuwachs", sagte Hans-Peter Keitel, Präsident des Hauptverbandes der Bauindustrie dem Tagesspiegel. "Wir werden im Jahresdurchschnitt 15.000 Beschäftigte mehr haben als 2006." Im vergangenen Jahr zählte das Bauhauptgewerbe durchschnittlich 711.000 Beschäftigte.

Keitel befürchtet jedoch, dass es in den kommenden Jahren für die Betriebe immer schwieriger wird an Fachkräfte zu kommen. In der zehnjährigen Baukrise hätten die Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl von ursprünglich 1,4 Millionen etwa auf die Hälfte reduziert. Jetzt aber würden wieder qualifizierte Mitarbeiter gesucht. Im vergangenen Jahr hätten die meisten Unternehmen ihren Personalbedarf zwar noch mit Erwerbslosen decken können, erklärte der Verbandschef. Inzwischen seien aber nur noch etwa 125.000 Bauarbeiter arbeitslos gemeldet – das sei der niedrigste Stand seit 1995. Zugleich sei bis Mai dieses Jahres die Zahl der arbeitslosen Bauingenieure um mehr als 40 Prozent auf rund 5000 zurückgegangen, sagte Keitel. Damit habe sich das Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen dramatisch verändert: Anfang 2005 seien auf eine offene Stelle für Bauingenieure 39 Bewerber gekommen. Mitte dieses Jahres seien es nur noch vier Bewerber gewesen. Keitel rief die Betriebe deshalb dazu auf, mehr für die Beschäftigung zu tun. "Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Betriebe ausbilden. Und wir müssen sehen, dass wir genügend Ausbildungswillige bekommen", sagte er. "Durch den langen Niedergang und die ewigen Jammereien haben wir auch unser eigenes Image beschädigt." TSP

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