Wirtschaft : Konjunktur: Bundesregierung verhalten optimistisch

Die Bundesregierung äußert sich weiterhin nur vage zur Belebung der schwachen Konjunktur in Deutschland. Dies betrifft den privaten Konsum ebenso wie die Industrieproduktion und die Exporte, wie aus dem am Donnerstag vom Bundesfinanzministerium vorgelegten Konjunkturbericht hervorgeht. Positive Hoffnungen richten sich auf eine weitere Abschwächung der Preisentwicklung. Die jährliche Inflationsrate ist im September voraussichtlich auf 2,1 Prozent zurückgegangen. Im August beturg die Inflation noch 2,6 Prozent.

Wie das Ministerium weiter berichtete, werde für den Konkjunkturverlauf mitentscheidend sein, wie die derzeit noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Terrorangriffe in den USA bewältigt würden. Aus der aktuellen Entwicklung der Nachfrage in den Industrieunternehmen sei zu schließen, dass in der nächsten Zeit die Produktion wohl kaum zunehmen werde. Der Rückgang der Nachfrage im Juni und Juli gehe vor allem auf das Inland zurück, während die Exporte zuletzt positive Veränderungsraten gezeigt hätten. Die anhaltende Krise im Baugewerbe belastet zwar weiterhin die Gesamtkonjunktur. "Zuletzt zeichnete sich jedoch eine leichte Besserung ab."

Im ersten Halbjahr hätten die deutschen Verbraucher noch positive Beiträge zum Wirtschaftswachstum geleistet. Derzeit aber "zeigen die aktuellen Konjunkturindikatoren im Bereich des privaten Konsums wenig konjunkturstützende Impulse". An anderer Stelle des Berichts setzt das Finanzministerium doch auf belebende Konsumeffekte in Erwartung höherer Preisstabilität - insbesondere auch bei Sprit und Heizöl. Die Europäische Zentralbank teilte unterdessen mit, dass die Geldexpansion im Euro-Raum im August weiter zugenommen habe. Die Geldmenge M 3 habe im August bei 6,7 Prozent höher als vor Jahresfrist. Dafür seien aber Sonderfaktoren verantwortlich. Mit einer Zinssenkung wird unter Experten deshalb nicht gerechnet. Das Ministerium bestätigt schwindende Konjunkturimpulse der deutschen Exporte im Zuge der weltwirtschaftlichen Abschwächung.

Unterdessen hat auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) seine Produktionsprognose für 2002 zurückgenommen. Der Verband bleibe zwar für das Jahr 2001 bei seiner Prognose, dass die Produktion um drei Prozent steigen sollte. "Für das Jahr 2002 erwartet der VDMA jetzt einen Rückgang der Maschinenproduktion um zwei Prozent", hieß es.

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