Wirtschaft : Konjunktur: Der Aufschwung verliert langsam an Fahrt - Zinsen bremsen - Indikator steigt

val

Der Frühindikator ist im August wieder leicht gestiegen. Nach seinem Rückgang im Juli auf 3,0 Prozent erreichte er wieder 3,1 Prozent wie schon im Juni. Für den Osten setzte das Konjunkturbarometer seinen im April begonnenen Aufwärtstrend fort. Mit 4,0 Prozent im August nach 3,8 Prozent im Juli stieg es wieder stärker als im Westen. In ganz Deutschland ist also vorerst mit einem ungebrochenen Aufschwung zu rechnen.

Entscheidend für den günstigen Konjunkturverlauf in Deutschland war die gute Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Dieses profitierte von den Auftragseingängen aus dem Ausland. Besonders der schwache Euro und der breite weltwirtschaftliche Aufschwung stimulierten die ausländische Nachfrage im Westen wie im Osten. Langsam entwickelt sich aber auch die Inlandsnachfrage zum zweiten Standbein des Konjunkturaufschwungs. Sie ist im Westen wieder gestiegen. Im Osten fielen zwar die Aufträge aus dem Inland zuletzt leicht zurück, im Durchschnitt der letzten Monate zeichnet sich aber auch hier ein deutlicher Aufwärtstrend ab.

Nach dem jüngsten Höhenflug des Ifo-Geschäftsklimas im verarbeitenden Gewerbe ist die Stimmung im Juni in ganz Deutschland schlechter geworden. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die drastisch gesunkenen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate. Was die erwartete Nachfrage aus dem Inland betrifft, dominiert im Westen wie im Osten der Pessimismus. Im Westen haben aber die Export-Erwartungen überraschend zugenommen. Die ostdeutschen Unternehmer hingegen rechnen kaum mit mehr Exporten.

Die Stimmung im Einzelhandel ist deutlich schlechter geworden. Ob das mit dem Preiskampf zusammenhängt, den insbesondere die großen Einzelhandelsketten entfacht haben, ist nicht gewiss. Die Umsatzentwicklung jedenfalls rechtfertigt den Pessimismus nicht: Die gesamtdeutschen Einzelhandelsumsätze sind zuletzt wieder gewachsen. Im Gegensatz zum verarbeitenden Gewerbe und zum Einzelhandel ist die trübe Stimmung im Baugewerbe schon eher nachvollziehbar. Denn während im Westen die Auftragseingänge ihr relativ niedriges Vormonatsniveau gerade noch halten konnten, gab die Baunachfrage in Ostdeutschland um vier Prozent gegenüber April nach. Die steigenden Zinsen dürften nicht nur den Bau weiter belasten: Sie werden wohl auch dem Aufschwung seine Dynamik nehmen. Der Dreimonatszins Euribor ist weiter gestiegen, auf zuletzt 4,5 Prozent im Juni.

0 Kommentare

Neuester Kommentar