Wirtschaft : Konjunktur: Der Exportboom der deutschen Wirtschaft ist vorbei

Die Konjunkturflaute hat die deutsche Exportwirtschaft erreicht. Zwar berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag, dass sich die Ausfuhren im Mai 2001 gegenüber Mai 2000 um 4,5 Prozent erhöhten. Aber der Export in die Euro-Länder - wichtigster Markt der deutschen Exporteure - sackte ab. Der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels revidierte denn auch seine Prognose für 2001 nach unten: Statt zwölf Prozent Wachstum für das Gesamtjahr erwartet der BGA jetzt nur noch acht Prozent. Der Verband bezeichnete die jüngsten Daten aus Wiesbaden als "recht erschreckend". Die Konjunktur im für die deutsche Wirtschaft so wichtigen europäischen Binnenmarkt liege nun am Boden.

Das Statistische Bundesamt berichtete, die deutschen Ausfuhren in die EU hätten sich im Mai 2001 binnen Jahresfrist lediglich um 0,1 Prozent auf 57,3 Milliarden Mark erhöht (29,38 Milliarden Euro). Die Ausfuhren in die Länder der Eurozone lagen mit 44,5 Milliarden Mark sogar um 1,0 Prozent niedriger als im Mai 2000. Dies sei vor allem auf die um 6,1 Prozent auf 11,1 Milliarden Mark rückläufigen Ausfuhren nach Frankreich zurückzuführen. Der Rückgang beim Handel mit den Ländern der Eurozone werde durch eine Zunahme von 4,2 Prozent auf 12,9 Milliarden Mark bei den Ausfuhren in die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, kompensiert. So legten etwa die Exporte nach Großbritannien um 5,9 Prozent auf 9,2 Milliarden Mark zu.

Auch durch die neuen Zahlen zur Industrieproduktion haben Hoffnungen auf eine anziehende Konjunktur einen Dämpfer erfahren.Nach einem unerwartet starken Auftragseinbruch im Juni übertraf die Nachfrage im Verarbeitenden Gewerbe im ersten Halbjahr ihr Vorjahresniveau nur um 0,9 Prozent. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilte, gingen die Bestellungen im Juni preis- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent zurück - nach einem starken Anstieg im Mai um 4,6 Prozent. Das Ministerium bezog sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Bundesbank.

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