Wirtschaft : Konjunktur: Der Wirtschaftsaufschwung hält an

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröff

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröffentlicht der Tagesspiegel einmal im Monat eine Konjunkturkolumne und wirft einen Blick auf die Wirtschaftslage. Der Frühindikator soll konjunkturelle Wendepunkte im Westen anzeigen. Gleiches signalisiert das Konjunkturbarometer im Osten.

Der Frühindikator ist im Oktober mit 3,3 Prozent gegenüber den beiden Vormonaten leicht gestiegen. Damit nähert sich das deutsche Wachstum offenbar der bisher kräftigeren Dynamik in der Eurozone. Hier erreichte das Wachstum im zweiten Quartal ebenfalls 3,3 Prozent. Ausschlaggebend für den jüngsten Indikatoranstieg waren die weiterhin kräftige Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe und eine leichte Erholung der westdeutschen Baunachfrage. Dagegen ist das Konjunkturbarometer für die neuen Länder im Oktober erstmals seit sieben Monaten wieder gesunken. Das liegt insbesondere daran, dass die Auftragseingänge im Baugewerbe nochmals eingebrochen sind. Mit 3,6 Prozent nach jeweils 4,0 Prozent in den beiden Vormonaten bleibt das Ostbarometer aber immer noch auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Tendenz der beiden Indikatoren scheint der jüngsten Entwicklung des Ifo-Geschäftsklima-Index zu widersprechen. Im verarbeitenden Gewerbe des Westens ist das Geschäftsklima nämlich schlechter geworden, während es sich im Osten nochmals verbessert hat. Doch ist das Geschäftsklima nicht entscheidend für die Richtung der Indikatoren. Außerdem ist das Geschäftsklima im Westen noch immer viel besser als Ende vergangenen Jahres. Und die westdeutschen Unternehmen geben ihrer aktuellen Lage nach wie vor die besten Noten. Lediglich in die Zukunft blicken sie weniger optimistisch. Das liegt aber auch daran, dass die Geschäftslage im Westen kaum noch besser werden kann. Im Osten, wo die Geschäfte durchaus noch besser laufen könnten, herrscht nach wie vor Optimismus.

Die Aufträge im verarbeitenden Gewerbe sind in Deutschland insgesamt leicht gestiegen. Einem kräftigen Zuwachs im Osten um 5,8 Prozent stand ein minimaler Rückgang im Westen um 0,2 Prozent gegenüber. Neben der Exportnachfrage war in den vergangenen Monaten auch die Inlandsnachfrage stark. Dies lässt darauf hoffen, dass der Aufschwung auch bei nachlassenden Impulsen von außen anhält und die Wirtschaft zunehmend aus eigener Kraft vorankommt. Hemmschuh der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist nach wie vor die Krise im Baugewerbe, für die sich besonders im Osten noch kein Ende abzeichnet. Besonders düster sieht es im ostdeutschen Wohnungsbau aus, der nach wie vor unter hohen Leerständen leidet. Im Einzelhandel dürfte die lange Durststrecke zu Ende sein, vor allem wegen der allmählichen Besserung am Arbeitsmarkt. Allerdings werden die höheren Ölrechnungen die Käufer bremsen.

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