Konjunktur : Deutsche-Bank-Chefvolkswirt warnt vor Deflation

Der Staat muss die Steuern senken und viel Geld ausgeben. Mit diesem Rezept lässt sich die Wirtschaftskrise schon in diesem Jahr beenden, meint jedenfalls Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter. Handeln die EU-Regierungen anders, sieht er allerdings schwarz.

Walter
Norbert Walter -Foto: ddp

StuttgartDer Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, warnt vor der Sitzung des Koalitionsausschusses zum Konjunkturpaket II am Montag vor einem Verfall der Preise. "Die Inflationsangst wird in den nächsten zwei Jahren - und das werden wir schon in den nächsten Monaten spüren - aus der Debatte verschwinden, weil wir über Deflation reden", sagte Walter den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Kölnischen Rundschau". Die Verbraucherpreise würden schon bald unter das Vorjahresniveau sinken. "Manche werden vermutlich sogar von einer Depression reden", sagte Walter.

Der Ökonom mahnte die Regierungen Europas, eine klare antizyklische Konzeption zu entwickeln. "Damit könnten wir die Krise wahrscheinlich noch im Jahr 2009 beenden", sagte er. "Aber ich halte das nicht für wahrscheinlich; ich vermute, es wird nicht so gut laufen." Walter sprach sich für die Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent für ein Jahr aus und forderte weitere vorübergehende Steuersenkungen. "Das wird sicher nicht den Einbruch des Exports bremsen, aber durchaus die schwache Binnennachfrage stabilisieren", sagte er. (sf/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar