Konjunktur : Die Wirtschaft wächst wieder

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich gebessert – und ist damit wieder so gut wie vor dem Schock durch die Lehman-Pleite vor gut einem Jahr.

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Berlin - Das belegt der Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), der im November von 92 auf 93,9 Punkte stieg.

„Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Dienstag über den achten Anstieg in Folge. Besonders im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Klima deutlich aufgehellt. Die Unternehmen beurteilten sowohl die aktuelle Geschäftssituation als auch die nächsten sechs Monate positiver.

Der Index basiert auf 7000 monatlichen Meldungen von Unternehmen zum Geschäftsklima, zur aktuellen Lage und zu ihren Erwartungen. In den Boomjahren 2006 und 2007 hatte er durchgehend bei weit über 100 Punkten gelegen.

Trotz des kräftigen Anstiegs des Stimmungsbarometers warnte das Institut vor Euphorie: „Die Rezession ist bei weitem noch nicht ausgestanden“, sagte Ifo- Konjunkturexperte Klaus Abberger. Das Ende der Konjunkturpakete müsse abgewartet werden.

Das aktuelle Wirtschaftswachstum bestätigt die gute Stimmung: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den Monaten Juli bis September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit und bestätigte damit seine frühere Schätzung. „Das war das stärkste Wachstum seit Anfang 2008“, erklärte die Behörde. Getragen wurde die positive Wirtschaftsentwicklung von Investitionen und Exporten. So erhöhten sich die Bauinvestitionen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Bei den Exporten lag der Anstieg sogar bei 4,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Importe um 6,5 Prozent. Der private Konsum, der bisher die Wirtschaft gestützt hatte, bremste im dritten Quartal das Wachstum: Von Juli bis September gaben die Verbraucher 0,9 Prozent weniger aus als im Vorquartal. Experten erwarten einen weiteren Rückgang.

Unterdessen meldete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das dritte Quartal einen Rückgang bei den Vollzeitbeschäftigten um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. jmi

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