Wirtschaft : Konjunktur: Dresdner Bank erwartet kräftiges Wachstum

pa/ pga

Die Dresdner Bank ist trotz einer Abschwächung der Weltwirtschaft optimistisch für die Konjunktur in Europa. Im "stürmischen Umfeld" sei Europa mit einem realen Wachstum von drei Prozent ein stabiler Anker. Für Deutschland erwarten die Experten der Großbank 2001 ein reales Plus von 2,5 und weitere 2,7 Prozent im nächsten Jahr, sagte Chefvolkswirt Klaus Friedrich am Montag in Frankfurt. Der Start ins Jahr 2001 ist nach Meinung der Dresdner Bank auch in der Bundesrepublik "weitaus besser gelungen als allgemein vermutet". Der deutliche Rückschlag beim Ifo-Konjunkturtest spreche nicht gegen eine Fortsetzung des Aufschwungs. Die Arbeitslosigkeit werde 2001 um 150 000 und im nächsten Jahr um weitere 200 000 Personen zurückgehen. "Damit werden 2002 im Mittel wahrscheinlich etwas weniger als drei Millionen Personen arbeitslos sein."

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Leitzins nach Einschätzung der Bank in den kommenden Wochen, womöglich bereits auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag, um 0,25 Prozentpunkte zurücknehmen. Anschließend dürften die Zinsen in Euroland aber für längere Zeit unverändert bleiben. Die Geldmengenentwicklung signalisiere bereits grünes Licht für eine geldpolitische Lockerung, urteilte Dresdner-Bank-Analystin Claudia Henke. Allerdings sei vom Preisklima her mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent in der Eurozone noch keine Entspannung gegeben. Eine Zinssenkung sei aus konjunkturellen Gründen nicht zwingend erforderlich, schade aber auch nicht. Größer als 0,25 Prozentpunkte dürfte der Zinsschritt nach Meinung von Friedrich nicht ausfallen. Er könne sich sogar vorstellen, dass die Zinszügel in Europa im nächsten Jahr wieder leicht gestrafft werden. Für die USA gehen die Banker von einer Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte auf der kommenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank am 15. Mai aus. "Dann dürfte aber auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht sein", so Friedrich.

Der Euro hat sich am Montag im frühen New Yorker Handel bei Kursen über 0,89 Dollar behauptet. Händlern zufolge profitierte die Gemeinschaftswährung, wie bereits im europäischen Geschäft, von anhaltenden Spekulationen über eine baldige Leitzinssenkung in der Euro-Zone sowie der Schwäche des Yen. Händlern zufolge hoffen die Investoren, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) bald den Notenbanken der USA und anderer Länder anschließt und ihre Leitzinsen reduziert, hieß es. Der Markt warte zudem gespannt auf die US-Konjunkturdaten dieser Woche. Besonders das US-Verbrauchervertrauen werde von Analysten und Händlern genau beobachtet, erklärten Marktbeobachter.Wie unterdessen das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, hat der deutsche Außenhandel mit Japan, China und anderen asiatisch-pazifischen Ländern im Jahr 2000 kräftig um 27,4 Prozent auf rund 268 Milliarden Mark zugelegt. Das war deutlich mehr als der Zuwachs des gesamten deutschen Im- und Exports von 19,5 Prozent. Dabei nahm das Handelsdefizit mit dieser Region um 14 Milliarden auf knapp 57 Milliarden Mark zu. So kletterten die Ausfuhren mit plus 26,1 Prozent auf knapp 106 Milliarden Mark etwas weniger stark als die Einfuhren mit plus 28,2 Prozent auf gut 162 Milliarden. Als Gründe für diese Entwicklung nennt das Ministerium vor allem das Anziehen der Konjunktur nach Überwindung der Finanzkrise in Asien sowie die Entwicklung auf den Währungs- und Gütermärkten in den USA und Japan. Bei den deutschen Ein- und Ausfuhren brillierten elektronische Erzeugnisse. Größter deutscher Außenhandelspartner in Asien war auch im abgelaufenen Jahr Japan mit einem Gesamtumsatz von rund 78 Milliarden Mark vor China mit 54 Milliarden Mark.

Unterdessen teilte das Statistische Bundesamt mit, die Importpreise seien im Februar 2001 um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Januar 2001 und im Dezember 2000 hatte die Rate noch bei 6,5 Prozent beziehungsweise 8,2 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Februar 2000 seien vor allem bei folgenden Gütern starke Preissteigerungen festgestellt worden: Erdgas (plus 80,2 Prozent), Schweinefleisch (47,4 Prozent) sowie Geflügel (19,6 Prozent).

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