Wirtschaft : Konjunktur: Euro mit über 95 Cents stabil

Auf Grund schwächerer US-Konjunkturdaten und von technischen Käufen gestützt hat sich der Euro am Dienstag fest präsentiert. Zunächst behauptete er sich mit Kursen über 95 Cents und sprang am späten Nachmittag sogar über 96 Cents, als in den USA sinkende Erzeugerpreise veröffentlicht wurden, was als weiterer Beleg für eine Abkühlung der US-Konjunktur gewertet wird. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs mit 0,9583 (Montag: 0,9527) Dollar festgelegt. Damit kostete ein Dollar 2,0409 nach 2,0529 Mark am Vortag.

Die kürzlich bekannt gewordenen Mai-Daten vom US-Arbeitsmarkt waren als erste Zeichen einer Verlangsamung des US-Wachstums interpretiert worden. Am Dienstag teilte das US-Handelsministerium mit, dass die Einzelhandelsumsätze in den USA im Mai um 0,3 Prozent zurück gegangen sind. Im Vormonat sank der Umsatz um 0,6 Prozent (revidiert). Verbraucher hätten weniger teure Waren wie Autos gekauft, hieß es zur Begründung. Analysten sehen in der Entwicklung Auswirkungen der Leitzinserhöhungen, mit denen die US-Zentralbank in den letzten Monaten das Wirtschaftswachstum zu dämpfen versucht hat. Unterdessen meldete das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen, dass die deutschen Unternehmen in den ersten vier Monaten des Jahres den Wert ihrer Exporte deutlich steigern konnten. Gleichwohl ließ der Exportboom im April an Dynamik nach. Den Angaben zufolge wurden im April Waren für 88,6 Milliarden Mark (45,3 Milliarden Euro) aus- und für 79 Milliarden Mark (40,4 Milliarden Euro) eingeführt. Dies entsprach im Jahresvergleich einem Wachstum von 8,8 Prozent bei den Exporten und 12,1 Prozent bei den Importen. Im März waren noch Waren für mehr als 100 Milliarden Mark und im Februar für mehr als 90 Milliarden Mark exportiert worden. Das Statistikamt verwies in diesem Zusammenhang auf eine saisonübliche Abschwächung; die Exportzahlen gingen im Monat April häufig etwas zurück. Im ersten Quartal hatte sich noch ein Exportwachstum von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergeben.

Der Handel mit den EU-Partnerländern erwies sich im April als schwunghafter als der Warenaustausch mit Drittstaaten; die EU-Exporte wuchsen mit gut zwölf Prozent zweistellig. Aus Drittstaaten importierte Deutschland allerdings deutlich mehr als noch vor einem Jahr (plus 16,8 Prozent).

Die Außenhandelsbilanz schloss im April 2000 mit einem Überschuss von 9,5 Milliarden Mark (4,9 Milliarden Euro) und damit etwas niedriger als vor einem Jahr mit 10,9 Milliarden Mark (5,6 Milliarden Euro) und im Monat zuvor mit 10,8 Milliarden Mark (5,5 Milliarden Euro).

Die weiter gefasste Leistungsbilanz, die unter anderem auch den Austausch von Dienstleistungen berechnet, rutschte im April mit 3,1 Milliarden Mark ins Minus. Im April 1999 hatte sie noch mit einem Aktivsaldo von 4,6 Milliarden Mark und im März 2000 mit einem Plus von sechs Milliarden Mark geschlossen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar