Wirtschaft : Konjunktur: EZB erwartet 2002 weniger als zwei Prozent Inflation

Die Inflation im Euro-Raum wird nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr unter den von den Währungshütern gesetzten Zielwert von zwei Prozent rutschen. Nach dem am Donnerstag in Frankfurt (Main) veröffentlichten Monatsbericht rechnen die EZB-Experten bereits in diesem Jahr mit zurückgehenden Teuerungsraten, falls keine weiteren Preisschocks auftreten. Die EZB mahnt allerdings, die Gewährleistung der Preisstabilität müsse durch "anhaltende Lohnzurückhaltung" gestützt werden. Mit Blick auf die lahmende Konjunktur betont die Zentralbank, dass sich die inländische Nachfrage im Laufe des Jahres "allmählich" erholen dürfte. Die EZB verteidigte unterdessen auch das derzeitige Zinsniveau.

Die noch immer hohe Inflation begründen die Währungshüter mit Preisanstiegen bei Nahrungsmitteln und Energie. Deren Auswirkungen auf die Teuerung dürften allerdings nur "vorübergehender Natur" sein, heißt es in dem Bericht. Eindringlich setzt sich die EZB für Lohnzurückhaltung ein. Diese werde auch zu Beschäftigungswachstum beitragen und so das Vertrauen der Verbraucher und die inländische Nachfrage "in absehbarer Zukunft" fördern. Die Notenbanker betonen zwar, dass bisher eine "zufrieden stellende Lohnentwicklung" zu beobachten sei. Doch mit Blick auf die Zukunft erschienen "einige Bedenken gerechtfertigt", warnte die EZB.

Für die Konjunktur rechne die Zentralbank im zweiten Quartal mit einer Wachstumsabschwächung. Mit der erwarteten Erholung der inländischen Nachfrage werde das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts aber in diesem und im kommenden Jahr "voraussichtlich weitgehend dem trendmäßigen Potenzialwachstum" entsprechen. Die Währungshüter verteidigten ihren geldpolitischen Kurs und damit die geltenden Leitzinsen als "angemessen".

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