• Konjunktur: Ifo-Institut prognostiziert: Aufschwung in Deutschland geht weiter - Arbeitslosigkeit wird auf 3,7 Millionen sinken

Wirtschaft : Konjunktur: Ifo-Institut prognostiziert: Aufschwung in Deutschland geht weiter - Arbeitslosigkeit wird auf 3,7 Millionen sinken

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Der Aufschwung in Deutschland wird sich nach Auffassung des Münchner Ifo-Institutes weiter fortsetzen. Das Institut konstatiert in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine Steigerung der Produktion von 3,75 Prozent, was gegenüber dem zweiten Halbjahr 1999 eine weitere Beschleunigung bedeutet, als die Rate bei 2,75 Prozent lag. Er bleibe bei einer optimistischen Prognose, sagte Willi Leibfritz vom Ifo-Institut am Donnerstag bei der Vorstellung des Konjukturberichts in Dresden. Bei weiterhin günstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werde der Produktionsanstieg 2001 anhalten.

Wegen der guten Konjunktur rechnet das Ifo-Institut mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen auf saisonbereinigt 3,7 Millionen Ende des Jahres; Ende 2001 sollen es 3,35 Millionen sein, was einem Jahresdurchschnitt von 8,8 Prozent entspricht. Ausschlaggebend für den Konjunkturaufschwung sei der Exportanstieg durch die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft. Die Erholung in Asien und Europa habe zu einer Expansion des Welthandels geführt, der Export sei durch den schwachen Euro zusätzlich angeregt worden. Allerdings werde die Exportdynamik etwas nachlassen: In diesem Jahr soll es ein Plus von 10,6 Prozent geben, für 2001 werden 7,6 Prozent vorhergesagt. Dabei gehen die Ökonomen trotz der schwächeren US-Wirtschaft von weiterhin günstigen Rahmenbedingungen aus. Der private Verbrauch ist gleichwohl noch relativ schwach, weil durch den Anstieg der Importpreise Kaufkraft abgeschöpft werde, so dass die Realeinkommen der deutschen Haushalte nur wenig gestiegen seien. Wegen der erwarteten Festigung des Euros werde es aber nicht dabei bleiben, sagte Leibfritz. Hinzu komme die Steuerreform, die den privaten Haushalten 2001 eine Entlastung von knapp 16 Milliarden Mark bringen und eine Steigerung der Produktion um 0,3 Prozent bewirken könnte. Die Entlastung der Unternehmen um rund 23 Milliarden Mark dürfte sich nach Erwartungen des Ifo-Institutes wegen der schlechteren steuerlichen Abschreibungsbedingungen kaum in Sachinvestitionen niederschlagen; Finanzinvestitionen würden eher profitieren.

Die moderaten Lohnabschlüsse könnten ein Grundstein für einen spannungsfreien Aufschwung sein. Da die rein konjunkturbedingte Arbeitslosigkeit bald abgebaut sein werde, müssten nun die Sozialsysteme weiter reformiert werden, um die strukturelle Arbeitslosigkeit zu senken. Davon könne auch Ostdeutschland profitieren, wo die Industrie offensichtlich Tritt gefasst habe. Für dieses Jahr wird mit zweistelligen Wachstumsraten gerechnet.

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