Wirtschaft : Konjunktur in Berlin

Industrie vermeldet Umsatzrückgänge
Das konjunkturelle Gesamtbild in Berlin hat sich noch nicht wieder aufgehellt.Im Gegenteil, die wichtigen Konjunkturindikatoren wiesen in den letzten Monaten eher nach unten als nach oben.Die Industrie mußte Umsatzrückgänge und das Baugewerbe Einbrüche der Bestelleingänge hinnehmen.Der Einzelhandel setzte seine Talfahrt fort.Die Exporte verzeichneten 1996 ein Wachstum.Sollte sich die negative Entwicklung in den einzelnen Teilbereichen der Berliner Wirtschaft fortsetzen, so dürfte sich das gesamtwirtschaftliche Ergebnis der Hauptstadt für 1997 eher im negativen Bereich bewegen. Umsatzrückgang im Verarbeitenden Gewerbe Im März 1997 verlief die Entwicklung in der Berliner Industrie enttäuschend.Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt ging gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat um 2,5% zurück.Nur die Hersteller von Verbrauchsgütern (+1,7%) und Investitionsgütern (+5,4%) konnten ein Absatzwachstum realisieren.Der Umsatz der anderen zwei Hauptgruppen war in zweistelliger Höhe rückläufig.Obwohl die Verbrauchsgüterproduzenten mit einem Anteil am Gesamtabsatz von gut 63% die umsatzstärkste Gruppe im Verarbeitenden Gewerbe bilden, konnten sie den Rückgang in den anderen Bereichen nicht kompensieren. Noch positive Signale aus dem Bauhauptgewerbe Dagegen war im Bauhauptgewerbe Berlins insgesamt im März 1997 gegenüber dem März des Vorjahres ein Umsatzwachstum von 16,3% zu verzeichnen.Ein Blick auf die einzelnen Branchen des Baugewerbes zeigt, daß nur der Hochbau (-40,4%) und der Tiefbau für Bahn und Post (-48,6%) Einbußen hinnehmen mußten.Alle anderen Gruppen wiesen überwiegend zweistellige Wachstumsraten auf.Die Auftragseingänge im Berliner Bau deuten jedoch darauf hin, daß sich dieser positive Trend in den nächsten Monaten nicht weiter fortsetzen dürfte.Die Ordereingänge sanken im März 1997 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat um 18,1% nach -37,2% im Februar.Besonders hohe Einbußen mußten der Tiefbau für Bahn und Post (-71,0%), der Wohnungsbau (-53,7%) und der Hochbau für Bahn und Post (-41,3%) hinnehmen. Umsatzrückgang im Einzelhandel Der reale Umsatz im Berliner Einzelhandel auf Basis des Einzelhandelsindex ist im März 97 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat erneut gesunken.Der Rückgang betrug - 5,9% nach - 3,3% im Februar.Vor diesem Hintergrund verringerte sich auch die Anzahl der Beschäftigten im Einzelhandel insgesamt (- 1,5%).Während die Teilzeitbeschäftigten im März 1997 um 1,1% stiegen, wurden bei den Vollzeitbeschäftigten weiter Stellen abgebaut (- 3,1%). Exportwachstum und Importverringerung in 1996Die Berliner Ausfuhren erreichten in 1996 einen Wert von 12,5 Milliarden DM.Gegenüber 1995 konnten die Exporte somit um 3,9% ausgeweitet werden.Mit den Ländern der Europäischen Union, die rund 44% aller Ausfuhren Berlins abnahmen, wurden Exportgeschäfte für 5,5Milliarden DM getätigt, das waren allerdings 6,9% weniger als im Vorjahr.Positiv entwickelte sich dagegen das Außenhandelsgeschäft mit den mittel- und osteuropäischen Ländern.Gegenüber 1995 erhöhten sich die Ausfuhren in diese Länder um 21,2%.Die Einfuhren nach Berlin erreichten im vergangenen Jahr ein Volumen von insgesamt 7,9Milliarden DM.Damit lagen sie um 6,1% unter dem Wert der Importe in 1995.Rückgänge waren sowohl bei der Einfuhr aus den Ländern der Europäischen Union (-6,8%) als auch aus den mittel- und osteuropäischen Ländern (-11,9%) zu verzeichnen. Arbeitslosenquote betrug 17,1% Die verhaltene konjunkturelle Entwicklung in Industrie und Handel spiegelt sich auch auf dem Berliner Arbeitsmarkt wider.Die Arbeitslosenquote war im Mai 1997 mit 17,1% zwar leicht rückläufig, der Rückgang fiel allerdings weitaus schwächer aus als zu dieser Jahreszeit üblich.Im April betrug die Erwerbslosenquote noch 17,2%.Die meisten Arbeitslosen gab es bei den Verwaltungs- und Büroberufen sowie bei den Warenkaufleuten. Inflationsrate bei 0,7%Im Mai 1997 hat sich die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat in Berlin leicht erhöht.Sie stieg auf 0,7%.Im April betrug die Inflationsrate noch 0,5%.Überdurchschnittliche Preissteigerungsraten waren vor allem bei den Gütern für die persönliche Ausstattung (+ 2,4%) und den Gütern für Bildung, Unterhaltung und Freizeit (+2,1%) zu verzeichnen.Die Preise für Bekleidung und Schuhe (-2,3%) gingen dagegen zurück.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben