Konjunktur in Europa : EU-Wirtschaft übertrifft Erwartungen

12.04.2007 11:57 Uhr

Das Wirtschaftswachstum der EU-Staaten ist im vergangenen Jahr stärker ausgefallen als zunächst angenommen. Für die Eurozone errechneten die Statistiker ein Wachstum von 3,3 Prozent.

Brüssel/Luxemburg - Das europäische Statistikamt Eurostat veröffentlichte revidierte Zahlen, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Gesamt-EU im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent wuchs. Bei der ersten BIP-Schätzung vor fünf Wochen war Eurostat noch von einem Wachstum um 3,4 Prozent ausgegangen. Für die Länder der Eurozone wiesen die Statistiker ein Plus von 3,3 Prozent aus.

Im vierten Quartal 2006 wuchs die Wirtschaftsleistung demnach sowohl in der Eurozone als auch in der Gesamt-EU um 0,9 Prozent. Vor allem Exporte und Investitionen stiegen an, was auf ein wachsendes Vertrauen der Unternehmen in die Konjunkturentwicklung hindeutet.

Das Plus bei den Investitionen im vierten Quartal gab Eurostat mit 1,5 Prozent für die Eurozone und 1,8 Prozent für die damals 25 EU-Staaten zusammen an. In den drei Monaten zuvor hatten diese Werte noch bei 0,9 beziehungsweise 1,2 Prozent gelegen. Die damals zwölf Länder der Eurozone steigerten ihre Exporte im vierten Quartal um 3,6 Prozent, die EU-Staaten insgesamt führten 3,0 Prozent mehr Waren aus. Im dritten Quartal lag ihr Plus noch bei 1,9 und 0,2 Prozent.

USA und Japan übertroffen

Die Wirtschaft der EU wuchs damit stärker als das BIP ihrer wichtigen Wirtschaftspartner USA und Japan. Die Amerikaner schafften nach Eurostat-Angaben 2006 ein Jahresplus von 3,1 Prozent, die Japaner erzielten einen Zuwachs von 2,5 Prozent.

Deutschland erwies sich dabei als Wirtschaftslokomotive: Sein Jahresplus von 3,7 Prozent lag über dem europäischen Durchschnitt. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Lettland (plus 11,7 Prozent) und Estland (plus 11,2 Prozent) vor der Slowakei (plus 9,6 Prozent). Am wenigsten wuchs das BIP in Portugal mit 1,7 Prozent und Frankreich mit 2,5 Prozent. Auch Großbritannien blieb mit 3,0 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der Gesamt-EU. (tso/dpa)

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