Wirtschaft : Konjunktur: Kein Grund zum Pessimismus

Alfons Frese

Selbstverständlich wirken sich BSE und MKS auf Wirtschaft und Wachstum aus, zum Beispiel auf die Fahrzeugindustrie. Voraussichtlich 40 000 Transporter werden wegen der Tierseuche in diesem Jahr nicht an Landwirte und Spediteure verkauft. Das ist schade, aber die deutsche Autoindustrie verkraftet das lässig. Sogar die Kaufzurückhaltung quer durch alle Bevölkerungsschichten - im ersten Quartal wurden in Deutschland sieben Prozent weniger Autos gekauft als im Vorjahreszeitraum - können Mercedes, BMW, VW und Audi noch wegstecken: Erfolge im Export gleichen die Verluste zu Hause aus. Doch wie lange noch? Der schrumpfende US-Markt dürfte bald auch die deutschen Massenhersteller treffen. In dem Fall bekommt der Heimatmarkt wieder mehr Gewicht. Bislang finden sich die Milliarden der Steuerreform nicht in höheren Konsumausgaben wieder. Im Gegenteil, der Handel setzte in den ersten Jahresmonaten weniger um als vor Jahresfrist - vor allem übrigens der Auto- und der Baustoffhandel. Die Erklärung: Höhere Heizkosten im vergangenen Winter haben den Mietern/Verbrauchern Kaufkraft entzogen. Nun ist bei den Energiepreisen das Schlimmste überstanden. Aber steigt mit dem Frühling auch die Stimmung, entstehen Investitionsfreude und Konsumlust? Im Moment überwiegt Verzagtheit. Doch die Unsicherheit über den Konjunkturverlauf ist weg: Forscher und Kanzler erwarten nur noch etwas mehr als zwei Prozent Wachstum. Das ist eine deutliche Korrektur nach unten. Aber 2,1 Prozent sind nicht so schlecht. Wenn nun die Aktienkurse wieder anziehen und die Zinsen sinken, die Tarifparteien keinen Unsinn machen und die Tierseuchen den Kontinent nicht so lahm legen wie die britische Insel, dann steht die deutsche Wirtschaft vor einer guten Zeit.

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