Konjunktur : Maschinenbau-Boom hält an

Ein zweistelliges Umsatzplus und ein Produktionswachstum von wahrscheinlich neun Prozent: Der Maschinenbau bleibt Deutschlands Vorzeigeindustrie und der Boom der Branche hält unvermindert an.

Maschinenbau
Der Maschinenbau bleibt Deutschlands Vorzeigeindustrie. -Foto: ddp

Der Boom im deutschen Maschinenbau hält an und treibt die Branche unvermindert einem Rekordjahr 2007 entgegen. Im Mai bescherte die riesige Nachfrage aus dem Ausland den Unternehmen insgesamt ein reales Auftragsplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA) mitteilte. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen die Unternehmen mit weiterhin kräftigem Wachstum: Ende Mai hatte der Verband seine Prognose für das Produktionswachstum 2007 bereits von vier auf neun Prozent erhöht.

Den anhaltenden Aufwärtstrend führt der VDMA vor allem auf die starke Nachfrage nach Maschinen "made in Germany" in den großen EU-Staaten Frankreich, Italien und Großbritannien zurück. "Frankreich ist derzeit unser zweitgrößter Wachstumsmarkt und hat China auf Platz drei zurückgedrängt", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Auch in Italien und Großbritannien, die auf Platz vier und fünf des Exportrankings stünden, seien deutsche Maschinen wieder sehr gefragt. "Der Trend dürfte sich im Mai fortgesetzt haben." Etwas schwächer laufe derzeit hingegen der wichtigste Absatzmarkt USA, der mehr als neun Prozent der deutschen Maschinenexporte abnimmt. In Asien und der arabischen Welt entwickele sich das Wachstum indes weiterhin gut.

Ausländische Aufträge um 27 Prozent gestiegen

Insgesamt legten die Orders aus dem Ausland im Mai 2007 um 27 Prozent zu, während es im Inland binnen Jahresfrist nur ein Plus von 2 Prozent gab. Gefragt waren nach Verbandsangaben vor allem Großanlagen. Zur Begründung der schwächeren Inlandsnachfrage verwies der VDMA auf das hohe Niveau des Vorjahresmonats, die Messlatte habe sehr hoch gelegen.

Ende vergangener Woche hatte der in diesem Oktober ausscheidende VDMA-Präsident Dieter Brucklacher betont, die Branche werde wegen des Booms 2007 deutlich mehr als die zunächst geplanten 10.000 neuen Arbeitsplätze schaffen. Auch 2008 werde es noch einmal ein Wachstum geben. Brucklachers designierter Nachfolger, der baden-württembergische Unternehmer Manfred Wittenstein, will sich für eine engere Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft einsetzen, damit neue Produkte noch schneller auf den Markt gebracht werden und für Wachstum sorgen können. Der VDMA vertritt gut 3000 Unternehmen mit insgesamt 885.000 Beschäftigten. (mit dpa)

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