Konjunktur : OECD sieht Deutschland weiter vorne

Etwas langsamer wird es in 2008 schon, aber die OECD ist für Deutschlands Wirtschaftswachstum höchst optimistisch. Nach einem erneuten Zuwachs von 2,6 Prozent in diesem Jahr werden nächstes Jahr 2,5 Prozent erwartet.

Paris - Wie 2006 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr voraussichtlich um 2,8 Prozent zunehmen, erklärte die OECD in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick. Für 2008 sagt die OECD dann ein Wachstum von 2,5 Prozent voraus. Damit liegen die Vorhersagen über denen der Bundesregierung, die von 2,3 und 2,4 Prozent in diesem und im kommenden Jahr ausgeht.

Triebfeder des Wachstums waren zuletzt die Industrieinvestitionen, wie es in dem Bericht hieß. Die OECD geht aber davon aus, dass nach dem vorübergehenden Dämpfer durch die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres auch der Konsum das Wachstum stützen wird. Grund sei die sich weiter bessernde Lage am Arbeitsmarkt und erwartete Lohnsteigerungen, die bei den Haushalten das verfügbare Einkommen erhöhten. Die Zahl der Arbeitslosen wird bis Ende 2008 nach den international vergleichbaren OECD-Daten von 7,1 Prozent auf sechs Prozent verringern, was einem Rückgang um eine halbe Million Erwerbslose gleichkommt.

Bei der Haushaltssanierung sieht die OECD Deutschland auf gutem Wege: Das Budgetdefizit des Staates werde in diesem Jahr "unter ein Prozent" fallen und im kommenden Jahr dann nur noch bei 0,5 Prozent liegen. Wie die Organisation betonte, bietet der Aufschwung "eine goldende Gelegenheit, zusätzliche Reformen umzusetzen, um das langfristige Wachstumspotenzial zu erhöhen". Auf dem Arbeitsmarkt empfiehlt die OECD eine weitere Senkung der Sozialabgaben und eine Stärkung der Anreize für Langzeitarbeitslose, eine Arbeit anzunehmen. (tso/AFP)

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