Konjunktur : Optimismus steckt an

DIW-Ökonomen heben ihre Konjunkturerwartungen für Deutschland an, in den USA stabilisiert sich das Klima – die Börse feiert

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Berlin - Nach dem Sturz in die Rezession holt die deutsche Wirtschaft aus Expertensicht über den Sommer schneller wieder auf – die Kreditbeschaffung ist für viele Firmen aber noch schwierig. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hob am Freitag seine Konjunkturerwartung für dieses Jahr deutlich an und hält ein Schrumpfen von weniger als fünf Prozent für möglich. Bisher hatten die Berliner Forscher beim Bruttoinlandsprodukt 2009 ein Minus von 6,4 Prozent angesetzt. Nach dem Plus von 0,3 Prozent im zweiten Quartal beschleunige sich die Aufholjagd zwischen Juli und September voraussichtlich leicht auf 0,8 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal. Für eine generelle Entwarnung sei es aber noch zu früh. „Die zuvor rabenschwarzen Erwartungswerte haben sich nunmehr zwar etwas aufgehellt, Tageslicht sieht aber anders aus“, erläuterte DIW-Experte Stefan Kooths. Die konjunkturelle Lage bleibe noch sehr angespannt. Die Gefahren für die Beschäftigung wüchsen mit jedem Monat, in dem die Produktion nicht kräftig anziehe. Am stärksten trage die Industrie zur Erholung bei, die im dritten Quartal mit voraussichtlich zwei Prozent erstmals seit eineinhalb Jahren wieder einen Zuwachs erzielen dürfte. Allerdings sei ihre Wirtschaftsleistung seitdem um mehr als 23 Prozent geschrumpft.

Vom Optimismus der Ökonomen ließen sich auch die Börsianer anstecken. Der Dax kletterte zeitweise um 1,9 Prozent auf 5573 Zähler. Am Aktienmarkt wurden vor allem Konjunktur- und Unternehmensdaten aus den USA positiv aufgenommen. So haben die amerikanischen Konsumenten dank der staatlichen Abwrackprämie im Juli mehr Geld ausgegeben. Die Konsumausgaben stiegen um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die weitere Entwicklung ihres Landes hat sich im August nur leicht eingetrübt. Der entsprechende Index der Universität Michigan fiel weniger stark als erwartet. Als Indikator für die weitere Entwicklung dienen unter anderem auch die Geschäfte des weltgrößten Chipherstellers Intel, die sich in den vergangenen Wochen merklich belebt haben. Die Nachfrage nach Prozessoren und Chipsätzen sei stärker angezogen als erwartet, teilte der Konzern mit und hob seine Prognose für das laufende dritte Quartal an. mot/dpa

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