Konjunktur : Verbraucher verlieren Vertrauen

Unter den deutschen Verbrauchern macht sich wachsende Sorge um die Konjunktur breit. Unternehmer hingegen blicken optimistisch ins Jahr 2007 und wollen kräftig investieren.

Nürnberg, Düsseldorf - Der von der Gesellschaft für Konsumforschung veröffentlichte Konsumklimaindikator für September legte nur schwach zu. Der Indikator stieg auf 8,6 Punkte nach revidiert 8,5 Punkten im Vormonat. Für August hatte der Anstieg noch 0,6 Punkte betragen. Unter den Konsumenten nehme "die Verunsicherung hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung" weiter zu, stellte das Institut fest. Allerdings sei angesichts der zu Jahresbeginn 2007 anstehenden Mehrwertsteuererhöhung die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen "ungebrochen hoch".

Dabei gibt es auch Grund für Zuversicht. Deutschlands Unternehmer wollen in den kommenden zwölf Monaten ihre Investitionen nochmals kräftig erhöhen und ihre Belegschaft aufstocken, wie aus einer vom Düsseldorfer "Handelsblatt" veröffentlichten Psephos-Umfrage hervorgeht. Fast ein Drittel der Unternehmen will demnach neue Mitarbeiter einstellen, während nicht einmal jedes Fünfte Entlassungen plant. Auch wolle knapp ein Drittel mehr investieren, nur zehn Prozent wollten die Investitionen zurückfahren. Mehr als die Hälfte erwarte, dass ihre Umsätze steigen werden, berichtete die Zeitung weiter.

Für die Umfrage im Auftrag des "Handelsblatts" sowie der Unternehmensberatung Droege & Comp. wurden knapp 800 Führungskräfte aus der Wirtschaft befragt. Viele zeigten sich von der geplanten Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar wenig beeindruckt. Die Hälfte erwarte sogar, dass die Steuererhöhung ihre Geschäftserwartungen "gar nicht" beeinflussen wird.

Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass die Steuererhöhung vor allem zu Lasten der Verbraucher gehen dürfte. Eine große Mehrheit der Befragten, die direkt mit den Verbrauchern zu tun haben, wollen demnach die dreiprozentige Anhebung größtenteils an die Endkunden weitergeben. Gerade einmal zehn Prozent planen dies nicht. (tso/AFP)

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