Konjunktur : Weniger als eine Million Arbeitslose im Osten

Arbeitslosigkeit bleibt ein drängendes Problem in den neuen Bundesländern, doch es besteht zumindest Hoffnung auf Besserung. Für dieses Jahr rechnen Wirtschaftsforscher mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl auf unter eine Million.

HalleDas Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet für Ostdeutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent in diesem und 0,8 Prozent im nächsten Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen werde in den neuen Ländern 2008 unter die Ein-Millionen-Marke sinken. Dies geht aus der Ost-Konjunkturprognose des Instituts hervor. 2007 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut Institut in Ostdeutschland um 2,2 Prozent zu.

Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich weiter bessern, die ostdeutsche Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 13,5 Prozent sinken - nach 15,3 Prozent im Vorjahr. 2007 gab es rund 1,03 Millionen erwerbslose Frauen und Männer im Osten, für 2008 rechnet das IWH mit 902.000 Arbeitslosen. 2009 wird die Arbeitslosenquote der neuen Länder laut Institut auf 13,2 Prozent sinken, die Zahl der Arbeitslosen auf 883.000 zurückgehen.

Verarbeitendes Gewerbe bleibt treibende Kraft

Als Gründe wurden die Expansion von Nachfrage und Produktion sowie die steigende Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gegenüber auswärtigen Anbietern genannt. Unternehmensdienstleister und Industriefirmen stellten Personal ein. Treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung bleibe in den neuen Ländern auf absehbare Zeit das Verarbeitende Gewerbe. Im Vergleich zu den alten Ländern habe der Osten weiter einen Wachstumsrückstand sowie eine schwache Kaufkraft.

Die Bundesregierung geht in diesem Jahr nach Angaben des Wirtschaftsministeriums für ganz Deutschland bisher von einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent aus. Allerdings hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor kurzem angedeutet, dass dies besser ausfallen könnte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe aller hergestellten Güter und erbrachten Dienstleistungen. Es ist der Ausdruck für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung einer Region. (ut/dpa)

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