Wirtschaft : Konjunktur: Weniger Urlauber

Dem Urlaubsland Deutschland drohen wegen der Konjunkturflaute und den Folgen der Anschläge in den USA Einbußen bei den Übernachtungszahlen. Das Ausmaß für das ganze Jahr 2001 lasse sich aber noch nicht beziffern, teilte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) mit. Allein im September sei ein Minus von zwölf Prozent bei ausländischen Gästen verzeichnet worden. Mit 34 Prozent noch stärker war der Rückgang bei amerikanischen Urlaubern und Geschäftsleuten in Deutschland. Bereits seit Mitte des Jahres seien weniger Gäste aus Japan und den USA gekommen. Von Januar bis Ende August sei die Zahl der Übernachtungen von Ausländern um drei Prozent gesunken. Allerdings machten im selben Zeitraum ein Prozent mehr Deutsche Urlaub im eigenen Land.

Trotz der aktuellen Einbußen entwickelt sich Deutschland nach Einschätzung der DZT aber immer mehr zu einem attraktiven Kurzreiseland. Zwar seien Privatreisen in Deutschland in diesem Jahr bisher um zwei Prozent und Geschäftsreisen sogar um zehn Prozent rückläufig, doch kurze Urlaubsreisen mit bis zu drei Übernachtungen hätten ein Plus von zehn Prozent zu verzeichnen, sagte die DZT-Vorstandsvorsitzende Ursula Schörcher. Die Einführung des Euro-Bargelds werde zu einer größeren Mobilität innerhalb Europas führen und auch das Reiseland Deutschland stärken. Außerdem würden das größere Sicherheitsbewusstsein und zunehmende Flugangst den Trend bei Deutschen zu Urlaub in der Bundesrepublik verstärken. Mit 78 Millionen Urlaubsreisen rangiert Deutschland weit vor Spanien mit 10,8 Millionen oder Italien mit 9,3 Millionen Reisen.

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