Konjunktur zieht weltweit an : Partystimmung in Davos

Der Aufschwung ist da: Der IWF sieht die Wirtschaft 2014 deutlich auf Wachstumskurs - auch in Deutschland. Am Mittwoch beginnt das Weltwirtschaftsforum in Davos.

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Die Zeichen stehen auf Aufschwung. Vor dem Weltwirtschaftsforum korrigiert der Internationale Währungsfonds seine Konjunkturprognose für Deutschland nach oben
Die Zeichen stehen auf Aufschwung. Vor dem Weltwirtschaftsforum korrigiert der Internationale Währungsfonds seine...Foto: dpa

Eines ist schon vor Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) klar: Die Konjunktur im Schweizer Kanton Graubünden wird in den kommenden Tagen spürbar belebt. 2500 Wirtschaftsbosse, Staats- und Regierungschefs kommen für das Gipfeltreffen nach in den 11.000-Seelen-Ort Davos und geben Geld aus. Ein Minihotelzimmer für 650 Franken, eine Pizza Magharita für 22 Franken - am Weltwirtschaftsforum wollen viele mitverdienen.

Forumsgründer Klaus Schwab ist über die hohen Preise offenbar so sauer, dass er sich diese Woche in Genf über die mangelnde Gastfreundschaft der Davoser echauffierte. Dabei dürfte die Wirtschaftselite in Geberlaune sein. Die Prognosen für 2014 sehen gut aus.

Hoffen auf den Aufschwung

Seit Jahren dreht sich auf dem Weltwirtschaftsforum alles nur um die Folgen der Finanzkrise. Mit der Erholung in den USA, dem Ende der Rezession in der Euro-Zone und den ausgerufenen Wirtschaftsreformen in China könnte in diesem Jahr ein anderes Phänomen im Fokus stehen: der Aufschwung.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zumindest erwartet, die Weltwirtschaft werde in den kommenden Jahren deutlich schneller wachsen als bisher. In seinem am Dienstag vorgelegten Konjunkturausblick rechnet der IWF mit einem globalen Wachstum von 3,7 Prozent. 2015 liege das Plus bei 3,9 Prozent. In Deutschland werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen. Zunächst hatten die Experten 1,4 Prozent erwartet.

Auch immer mehr Spitzenmanager glauben an das Ende der Finanzkrise. Die größte Zuversicht zeigen Vorstandschefs in Westeuropa, wie die Weltumfrage 2014 der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) ergab. Durchschnittlich 44 Prozent der 1344 beteiligten Manager in 68 Ländern - doppelt so viele wie vor einem Jahr - rechnen mit einer Belebung der Weltwirtschaft. „Sie haben ihre Unternehmen erfolgreich durch die Krise geführt und wechseln nun aus dem Überlebensmodus in Wachstums-Programme.“, sagt Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PwC Deutschland.

Analysten sind optimistisch

Seit Monaten erwarten Finanzmarktexperten einen konjunkturellen Aufschwung. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragte dazu 254 Analysten und institutionelle Anleger. Zwar sanken die Konjunkturerwartungen der Experten für die kommenden sechs Monaten im Januar überraschend auf 61,7 Punkte von 62,0 Zählern im Dezember. Doch sie bleiben auf hohem Niveau. Soll heißen, die deutsche Wirtschaft ist in Schwung.

Das liegt vor allem am Euro-Raum. Die Wirtschaftskraft in den Krisenländern dürfte Ende 2013 gestiegen und auch der Start ins neue Jahr gelungen sein, sagte Stefan Kipar von der BayernLB. „Die deutsche Wirtschaft profitiert von dieser Stabilisierung im Euro-Raum, da sich die Absatzperspektiven der deutschen Unternehmen dadurch verbessern.“ Nun könnte die Konjunktur 2014 um spürbare 1,7 Prozent anziehen, meinen Ökonomen. Im vergangenen Jahr waren es nur magere 0,4 Prozent. (mit dpa/rtr)

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