Wirtschaft : Konjunkturhilfe aus Moskau

Auch wenn die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) sich jetzt auf eine Reduzierung der Förderquoten geeinigt hat: Der Ölpreis wird aller Voraussicht nach mittelfristig weiter fallen - es sei denn, die USA begeben sich nach Afghanistan in einen neuen Großkonflikt mit dem Irak.

Erstens ist der Ölverbrauch angesichts der stark abgekühlten Weltwirtschaft in den Keller gerutscht - und die jetzt in Aussicht gestellte Förderkürzung reicht kaum aus, um den Preis nachhaltig zu stabilisieren. Jedenfalls so lange nicht, bis die Weltwirtschaft sich wieder berappelt und mehr Öl verbraucht. Damit ist nach Ansicht der Konjunkturexperten jedoch in diesem Winter nicht mehr zu rechnen.

Und zweitens hat die Opec beschlossen, die Förderquoten nur dann zu reduzieren, wenn andere Länder das auch tun. Vor allem Russland - einer der wichtigsten Ölexporteure der Welt - lehnt das aber ab. Weil die Opec den Preis nun so lange fallen lassen wird, bis das teurere Öl aus Russland nicht mehr wettbewerbsfähig ist, steht ein monatelanger Streit zwischen den Öl-Multis bevor. Das bedeutet, dass der Preis noch deutlich unter 16 Dollar fallen kann. Erst dann dürfte sich Russland freiwillig einer Förderkürzung anschließen.

Gute Nachrichten also - für die Verbraucher, die Konjunktur und die Bundesregierung: Solange die Öl-Exporteure den Preis nicht wieder deutlich über die 20-Dollar-Marke treiben, wirkt das billige Öl wie ein Konjunkturprogramm. Weil die Ölrechnung niedriger ausfällt, bleibt mehr für den privaten Verbrauch. Und der Protest gegen die nächste Stufe der Ökosteuer ab Januar wird sich auch in Grenzen halten, wenn die Steuererhöhung nur einen Teil der sinkenden Energiekosten auffrisst.

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