KONJUNKTURHILFEN : Unter Drogen

Die deutsche Konjunktur wird sich nach Einschätzung des bekanntesten Bankvolkswirts Deutschlands im kommenden Jahr weiter stabilisieren. „Sowohl für 2010 als auch 2011 rechne ich mit einem moderaten Wirtschaftswachstum“, sagte Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Er schränkte aber ein, dass das Wachstum weiter auf wackeligen Füßen stehe und noch immer vor allem der sehr expansiven Finanz- und Geldpolitik im In- und Ausland geschuldet sei: „Das Ding läuft nur unter Drogen. Wir sollten nicht annehmen, dass die Drogen ständig verabreicht werden.“ Dagegen plädierte der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber für weitere Konjunkturprogramme. Durch ein Investitionsprogramm in Höhe von mindestens hundert Milliarden Euro könnten technologische Innovationen gefördert werden, sagte Huber dem „Weser Kurier“. Um auch nach der Krise wieder Wachstum und Beschäftigung zu erreichen, müssten industrielle Kerne wie die Metall- und Elektrobranche erhalten und geschützt werden, sagte Huber dem Blatt. „Wollen wir gute Unternehmen stützen oder geben wir sie auf, weil sie im Moment Liquiditätsengpässe haben, keine oder nur viel zu teure Kredite bekommen?“ dpa/AFP

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