Konjunkturkrise : Chemieindustrie blickt besorgt in Zukunft

Die weltweite Konjunkturkrise schlägt sich auch in der deutschen Chemieindustrie nieder. Diese hat ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr erneut gesenkt.

Frankfurt/Main Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) geht bei gestiegenen Erzeugerpreisen nun nur noch von einem Wachstum von drei Prozent aus, wie der VCI am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Vor knapp zwei Monaten waren noch 4,5 Prozent und davor 5,5 Prozent prognostiziert worden. Die Produktion soll im gesamten Jahr unverändert um etwa ein Prozent im Vergleich zu 2007 wachsen. Damals hatte die Branche mit rund 437.000 Mitarbeitern rund 174 Milliarden Euro umgesetzt.

Als Grund für die Abschwächung nannte der Verband die weltweite Konjunkturkrise, die nun auch die chemische Industrie in Deutschland erfasst habe. In den kommenden Monaten wird ein weiterer Nachfragerückgang erwartet. In den USA lägen wichtige Kundenbranchen wie Bau und Auto "förmlich am Boden", während der Investitionsbedarf in Indien und China nach wie vor hoch bleibe. Die schwächelnde Industrieproduktion in der Europäischen Union belaste ebenfalls das Chemiegeschäft. Rund 75 Prozent der deutschen Chemieproduktion gehen in den Export. Die Beschäftigung sei mit 439.800 Mitarbeitern derzeit stabil.

Stabilisierende Maßnahmen gefordert

Der VCI verlangte stabilisierende Eingriffe des Staats und die Vermeidung weiterer Belastungen. So sollten Auktionskosten beim CO2-Emissionshandel vermieden, Forschungsvorhaben steuerlich gefördert und degressive Abschreibungen wieder erlaubt sein, verlangte der Verband.

Einzig die Hersteller von Medikamenten konnten dem Bericht zufolge im dritten Quartal ihre Produktion steigern und zwar um zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal. Trotz steigender Preise (plus vier Prozent) wurde der Umsatz des zweiten Quartals insgesamt um ein Prozent verfehlt. Die Unternehmen hätten lediglich die gestiegenen Rohstoffpreise an ihre Kunden weitergegeben. (imo/dpa)

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