Wirtschaft : Konjunkturoptimimus treibt die Kurse

Inflationsrate und Zinsen niedrigNEW YORK.Positive Wirtschaftsdaten trieben die amerikanische Börse am 1.Mai fast auf einen neuen Kursrekord.Der Dow Jones stieg um 83,70 Punkte auf 9147,07; die breiter angelegten Indices schlossen sich an.Mit einem Wochenplus von 82 Punkten ist der Index weniger als 40 Punkte von seinem am 21.April erreichten Allzeithoch entfernt.Noch zu Beginn der Woche hatte das Stimmungsbarometer deutlich nach unten gezeigt.Am Montag war der Dow um 146 Punkte gefallen.Begründet wurde der Rutsch mit der Besorgnis der Anleger, die US-Notenbank werde aufgrund des robusten Konjunkturwachstums die Leitzinsen erhöhen.Dienstag und Mittwoch ging es weiter abwärts, doch am Donnerstag schlug die Stimmung um: Der Dow verbesserte sich um 112 Punkte.Die jüngsten Konjunkturdaten ließen keinerlei Inflationssignale erkennen.Zwar stieg das inflationsbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 4,2 Prozent, doch entgegen den Erwartungen nahmen die Lohnkosten nur geringfügig zu.Auch im April hat sich die Konjunktur den letzten Konjunkturdaten zufolge nicht überhitzt.Der Monatsindex des Verbands der Industrieeinkäufer signalisierte eine Abschwächung, die mit rückläufigen Asienexporten erklärt wurde.Die Preise für Betriebsausrüstungen schwächten sich weiter ab.Die Inflationsrate ist inzwischen so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr.Die Daten der Woche trieben auch am Anleihenmarkt die Kurse nach oben, und die Renditen fielen auf 5,93 Prozent zurück.Anfang der Woche waren sie auf 6,06 Prozent gestiegen.Niedrige Inflationraten und fallende Zinsen regten die Anlegerphantasie für Finanztitel wie J.P.Morgan, Chase Manhattan und Citicorp an.Hinzu kamen Spekulationen über weitere Zusammenschlüsse.Angeblich verhandeln Bank of Boston und Fleet Street Financial über eine mögliche Kombination.Ebenfalls angesprungen sind die Titel der Mineralölkonzerne aufgrund plötzlich steigender Rohölpreise.Dagegen wurden die Aktien der Airlines abgegeben.Denn höhere Ölpreise verteuern ihre Treibstoffkosten.Nicht zuletzt fanden Technologiewerte wieder Zulauf.Die Geldmanager der Wall Street sehen keinen Grund, ihr Vertrauen in den Aktienmarkt aufzugeben.Im ersten Quartal legte die Börse immerhin 15 Prozent zu.Damit hatte Anfang des Jahres kaum jemand gerechnet.Anleihen brachten nicht mehr als 1,6 Prozent Zuwachs und kurzfristig angelegte Mittel 1,35 Prozent.Kein Wunder, daß führende Geldmanager weiterhin den größten Teil der von ihnen gemanagten Mittel in Aktien halten.Ein Umdenken könnte eintreten, wenn die kommenden Wirtschaftsdaten das inflationsfreie Wachstum nicht bestätigen sollten.Am Mittwoch ist der Notenbankbericht über die regionale Wirtschaftsaktivität fällig, und am Freitag legt die Regierung Daten zum Arbeitsmarkt vor.pf.

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