Konjunkturprognose für 2015 : DIHK rechnet mit nur 0,8 Prozent Wachstum

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag senkt seine Wachstumsprognose für Deutschland - und ist dabei deutlich pessimistischer als die Bundesregierung. In diesem Jahr soll das Wachstum nur noch bei 1,3 Prozent liegen, im kommenden Jahr soll es sogar unter ein Prozent sinken.

Gernot Heller
Die Konjunkturumfrage des DIHK unter rund 27.000 Unternehmen ergab auf breiter Front teils massive Verschlechterungen - etwa bei der Bewertung der Geschäftslage, der Aussichten, der Exporterwartungen sowie bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen.
Die Konjunkturumfrage des DIHK unter rund 27.000 Unternehmen ergab auf breiter Front teils massive Verschlechterungen - etwa bei...

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet im kommenden Jahr weniger als ein Prozent Wirtschaftswachstum und ist damit deutlich pessimistischer als die Bundesregierung. Der DIHK nahm seine Schätzung für Deutschland am Montag auf 0,8 Prozent zurück, nachdem er bisher von 1,5 Prozent ausging. Für das laufende Jahr senkte der Verband seine Prognose auf 1,3 (Mai: 2,0) Prozent. Die Bundesregierung hatte ihre Schätzungen jüngst auf 1,2 Prozent für dieses und 1,3 Prozent für nächstes Jahr reduziert.

Als Gründe für die Korrekturen nannte der DIHK vor allem weltweite Krisen wie etwa in der Ukraine. „Der außenwirtschaftliche Gegenwind wird stärker“, hieß es. Aber auch hausgemachte Faktoren belasteten. „Das Risiko Wirtschaftspolitik gewinnt wieder an Bedeutung“, so der DIHK.

Die Konjunkturumfrage des DIHK unter rund 27.000 Unternehmen ergab auf breiter Front teils massive Verschlechterungen - etwa bei der Bewertung der Geschäftslage, der Aussichten, der Exporterwartungen sowie bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen. So rechnen nur noch 21 (Mai: 29) Prozent der Betriebe mit geschäftlichen Verbesserungen in nächster Zeit, während inzwischen 15 (11) Prozent Verschlechterungen befürchten.
Im einzelnen rechnet die Organisation beim privaten Konsum dieses Jahr nur noch mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent - das ist ein Prozentpunkt weniger als im Mai. Die Bruttoanlageinvestitionen würden mit 2,8 Prozent nur halb so stark zulegen wie noch im Frühsommer veranschlagt. Bei den Exporten liegt die neue Schätzung nun ebenfalls bei 2,8 Prozent. Im Frühsommer war noch von einem Plus von vier Prozent die Rede, im August dann von „bestenfalls 3,5“ Prozent. Reuters

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