Wirtschaft : Konkurrent AOL hat vor dem Landgericht Düsseldorf Erfolg

Der Streit um die geplante Begünstigung von T-Online-Kunden beim Börsengang der Telekom-Tochter geht in eine neue Runde. Das Landgericht Düsseldorf untersagte auf Antrag des T-Online-Konkurrenten AOL Deutschland die Bevorzugung der T-Online-Kunden bei der Aktienvergabe im April. Am Mittwoch verpflichtete sich T-Online nach Angaben der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs dazu, die umstrittene Aktion nicht zur Gewinnung von Neukunden zu nutzen. Um auf die Vorzugsliste zu kommen, müssen die T-Online-Abonnenten einen Fragebogen im Internet ausfüllen. Das Landgericht Düsseldorf setzte in der am Mittwoch veröffentlichten Einstweiligen Verfügung den Streitwert auf fünf Millionen Mark fest. Die Kammer drohte den Verantwortlichen bei der Deutschen Telekom und der T-Online International mit einem Ordnungsgeld von 500 000 Mark, sollte weiterhin mit dem Vorzugsangebot geworben werden. Die Einstweilige Verfügung soll nach Angaben der AOL-Anwälte noch am Mittwoch zugestellt und damit rechtswirksam werden.

In der vergangenen Woche hatte bereits die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs e.V. Frankfurt (Main) die Aktion vor dem Landgericht Hamburg untersagen lassen. Allerdings hat die Wettbewerbszentrale die Einstweilige Verfügung der Deutschen Telekom AG und der T-Online International nicht offiziell zugestellt. Damit wurde dieser Beschluss nicht rechtswirksam. Vorwürfe, die Wettbewerbszentrale habe auf Druck der Deutschen Telekom auf eine Zustellung verzichtet, bezeichnete ein Telekom-Sprecher am Mittwoch als "Quatsch". Er bezeichnete die Bevorzugung der Teilnehmer der Kundenumfrage bei der kommenden Aktienemission als "kundenfreundlich". AOL müsse sich jetzt von über vier Millionen T-Online-Kunden fragen lassen, warum man diese Aktion untersagt habe. Gegner der umstrittenen Aktion meinen, T-Online wolle damit Nichtkunden dazu bewegen, den Dienst zu abonnieren, nur um an der Umfrage teilnehmen und damit die Vorzüge bei der Aktienverteilung erhalten zu können. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt (Main) hatte in der vergangenen Woche die Offerte als "legitim" und "normale Kundenpflege" bezeichnet. T-Online, derzeit mit 4,3 Millionen Kunden Marktführer vor AOL, will im nächsten Monat an die Börse gehen.

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