Wirtschaft : Konkurrent soll Makromarkt retten

Die Elektrokette schließt sich mit der Verbundgruppe EP zusammen und heißt künftig Medimax

Cornelia Wagner

Berlin - Die Elektro-Handelskette Makromarkt schließt sich mit der Verbundgruppe Electronic Partner (EP) zusammen. Der Zusammenschluss soll zum 1. Februar 2006 erfolgen, teilten beide Seiten am Montag mit. Die bundesweit 48 Makromarkt-Filialen der Unternehmer Michael und Matthias Wegert sollen dann unter dem Namen der EP-Tochter Medimax firmieren, die damit auf 110 Standorte anwächst. In den vergangenen Jahren hatte Medimax bereits ehemalige Brinkmann- und Schaulandt-Filialen übernommen.

Electronic Partners werde durch den Zusammenschluss mit Makromarkt zur zweitgrößten Elektronik-Handelsgruppe in Deutschland, wie die Verbundgruppe mitteilte. Zu EP gehören neben dem Systemhaus-Anbieter Com-Team rund 6000 Einzelhändler.

Die Makromarkt-Kette hat eine wechselvolle Namensgeschichte hinter sich. Die Brüder Wegert kauften 2003 die Berliner Kette Promarkt vom britischen Konzern Kingfisher. Die Filialen wurden in Makromarkt umbenannt. Jetzt steht nach nur drei Jahren der nächste Namenswechsel an. Konkret bedeutet das, dass 16 Makromarkt-Filialen inklusive Warenbestand für einen zweistelligen Millionenbetrag von Medimax erworben werden. Die anderen 32 Filialen werden die Brüder Wegert als Franchisepartner führen. „Wir gehen davon aus, dass wir ab 2007 eine schwarze Zahl schreiben werden“, sagte Michael Wegert. In den bei den Gebrüder Wegert verbleibenden Filialen werden dann 1100 Mitarbeiter beschäftigt sein. Medimax will in den restlichen 16 Geschäften alle 350 Mitarbeiter übernehmen.

Spitzenreiter unter den Elektrofachketten sind nach wie vor Mediamarkt und Saturn, beide gehören zum Handelskonzern Metro. Allein Mediamarkt kommt in Deutschland auf 207 Filialen. Mediamarkt und Saturn kamen 2004 auf 12,21 Milliarden Euro Umsatz, davon knapp die Hälfte im Ausland. Die Verbundgruppe EP wies in zwölf Ländern Europas zuletzt einen Jahresumsatz von 5,7 Milliarden Euro auf.

Der Zukauf sei ein Bekenntnis zum Standort Deutschland, sagte der Vorsitzende der EP-Geschäftsführung, Oliver Haubrich. „Damit beweisen wir nach unseren diesjährigen internationalen Expansionen in Polen, Ungarn und der Türkei, dass für uns auch der deutsche Markt eine ebenso zentrale Bedeutung und Priorität für weiteres Wachstum hat.“

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