Wirtschaft : Konkurrenz auf dem Gasmarkt

KASSEL (AFP).Das deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen Wingas hat am Donnerstag die sogenannte Wedal-Pipeline in Nordrhein-Westfalen in Betrieb genommen, die sibirisches und britisches Erdgas in das bevölkerungsreichste Bundesland leitet.Das Unternehmen tritt damit nach eigenem Bekunden als erste Firma mit einem sepaatem Leitungsnetz in direkte Konkurrenz zu den alteingesessenen Gasversorgern in NRW, allen voran zur Ruhrgas AG.Wingas will das Erdgas in der Region zu niedrigeren Preisen anbieten.

Die Pipeline zwischen Bielefeld und Aachen wurde für rund 600 Mill.DM in fünf Jahren Bauzeit errichtet.Sie faßt maximal elf Mrd.Kubikmeter Gas pro Jahr, wobei das Gas in beide Richtungen fließen kann.Wingas ist ein Joint-Venture der deutschen BASF-Tochter Wintershall und des russischen Energiekonzerns Gazprom.

Das Projekt Wedal geht nach den Worten von Wintershall-Chef Herbert Detharding in seiner Bedeutung "über nationale Grenzen hinaus".Mit Wedal sei bewiesen worden, daß auch im lange Zeit monopolistisch geprägten Erdgasmarkt Wettbewerb in Gang gesetzt werden könne.Regionalversorger, Kommunen, Industrieunternehmen und Kraftwerke in NRW könnten nun von mehr als einem Lieferanten mit Erdgas versorgt werden und dabei Preisvorteile heraushandeln.Detharding mahnte eine beschleunigte Liberalisierung des Gasmarktes an.Parallel zum Strommarkt seien zwar die Gebietsmonopole der Versorger gefallen, ein Durchleitungsrecht gebe es aber noch nicht.Konkret ist es Gasfirmen mit dem neuen Energiewirtschaftsrecht erlaubt, eigene Pipelines zu verlegen und den angestammten Versorgern damit Konkurrenz zu machen.Die von einer EU-Richtlinie verlangte Durchleitung von Konkurrenzstrom wird noch verhandelt.Sie muß nach Brüsseler Vorgaben in spätestens zwei Jahren möglich sein.

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