• Konkurrenz fürchtet Nulltarif der Telekom Freiminuten jetzt auch am Sonnabend /Verbraucherschützer: Das ist eine Mogelpackung

Wirtschaft : Konkurrenz fürchtet Nulltarif der Telekom Freiminuten jetzt auch am Sonnabend /Verbraucherschützer: Das ist eine Mogelpackung

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Berlin (vis). Die Deutsche Telekom bietet ab 1. Oktober zwei neue Tarifoptionen an, bei denen Kunden gegen einen monatlichen Aufpreis freie Telefonminuten erhalten. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat einen entsprechenden Antrag der Telekom jetzt genehmigt. Kritik kam dagegen von Wettbewerbern und Verbraucherschützern, die das TelekomAngebot unübersichtlich und unattraktiv nannten.

Beim neuen Tarif „Aktiv plus xxl“, können Kunden gegen Zahlung eines monatlichen Aufpreises von 9,22 Euro am Wochenende und an bundesweiten Feiertagen kostenlose Orts- und Ferngespräche in Deutschland führen. Das Entgelt kommt zur monatlichen Grundgebühr hinzu. Im Unterschied zum alten „Aktiv plus xxl“-Tarif sind damit auch Gespräche an Sonnabenden kostenlos, Verbindungen ins Internet sind jedoch davon ausgeschlossen. Beim neuen Tarif „Calltime 120“ gibt es gegen ein zusätzliches monatliches Entgelt von 4,22 Euro 120 Freiminuten für Orts- und Fernverbindungen im Monat. Bisher nutzen etwa elf Millionen Telekom-Kunden die verschiedenen Optionstarife.

Die Telekom-Wettbewerber sehen in der Genehmigung der Tarife einen Rückschlag für die Wettbewerbsentwicklung. Sie kritisieren, dass nur die Telekom Anschlusspreise mit günstigen Gesprächstarifen gebündelt anbieten könne. Thomas Rühmer, Chef des Call-by-Call-Anbieters 01051 Telecom, sagte dem Tagesspiegel: „Die Deutsche Telekom nutzt konsequent ihr Quasi-Monopol bei den Teilnehmeranschlüssen aus, um mit intransparenten Bündel-Produkten die Nutzung von Call-by-Call unattraktiv zu machen.“ Das „vermeintliche Telefonieren zum Nulltarif am Wochenende“ koste einen satten Zuschlag von fast zehn Euro, sagte Rühmer.

Die Regulierungsbehörde wies die Kritik zurück: auch die Wettbewerber könnten ähnliche Angebote auf den Markt bringen. Allerdings machte auch die Behörde deutlich, dass sich selbst für Vieltelefonierer die Frage stelle, ob sich das Telekom-Angebot lohne. Im Call-by-call-Verfahren könne für das gleiche Geld mehr als 17 Stunden im City-Bereich oder mehr als neun Stunden bundesweit im Monat telefoniert werden. Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen nannte das Angebot der Telekom daher eine „Mogelpackung“.

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