Wirtschaft : Konsum Berlin in Schwierigkeiten Operativer Verlust im Jahr 2001

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Berlin (tia). Die Konsumgesellschaft Berlin und Umgebung, Konsum, hat im Geschäftsjahr 2001 unter der schwierigen Situation im Immobiliengeschäft gelitten. Statt wie ursprünglich geplant einen Gewinn von 2,8 Millionen Euro zu erwirtschaften, gab die Genossenschaft am Donnerstag einen operativen Verlust von knapp 2,4 Millionen Euro bekannt. Der ehemalige DDR–Handelsgigant (30 Prozent Marktanteil) zog sich 1994 aus dem Lebensmitteleinzelhandel zurück und wandelte sich in ein Immobilienunternehmen, das vor allem an Handelsketten vermietet. Der Vorstandsvorsitzende Ernst Vatter ist Anfang Juni zurückgetreten – auf eigenen Wunsch, wie Konsum betont.

Auch die Mitarbeiter und die 190000 Mitglieder bekommen zu spüren, dass Konsum erstmals seit sieben Jahren keinen operativen Gewinn gemacht hat. Nachdem die Mitarbeiterzahl in der Verwaltung seit Beginn diesen Jahres bereits von 71 auf 60 reduziert wurde, sollen bis Jahresende bis zu 15 weitere Stellen gestrichen werden, betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen. Die steuerfreie Dividende für 2001 wird 4,75 Prozent der Einlage betragen, nachdem sie in den Jahren zuvor stets bei mindestens sechs Prozent gelegen hatte. Finanziert wird die Dividende durch das Auflösen von Sonderrücklagen. Überdies musste Konsum sein Immobilienportfolio neu bewerten und deshalb 24 Millionen Euro Rücklagen auflösen. Als positiv hob Vorstandsmitglied Hannelore Winter die Eigenkapitalquote von 35 Prozent hervor und dass Konsum im vergangenen Jahr 2858 neue Mitglieder gewann.

Für 2002 strebt Konsum laut den Unterlagen ein Ergebnis von 2,3 Millionen Euro an. Auf der Pressekonferenz gab sich Winter aber bescheidener: „Wir werden alles daran setzen, zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften.“ Konsum will die Abhängigkeit vom Immobiliengeschäft verringern und neue, weniger kapitalintensive Geschäftsfelder aufbauen. So sollen das genossenschaftseigene K-Tours-Reisebüronetz ausgebaut und die im Durchschnitt 60 Jahre alten Mitglieder beispielsweise durch Schiff- oder Busreisen sowie verbilligte Theaterkarten, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gebunden werden. Die Frist für einen Austritt aus der Genossenschaft steigt von drei auf zwölf Monate.

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