Wirtschaft : Konsumenten sind verunsichert

Berlin - Die deutschen Verbraucher sind ein bisschen nervös geworden. Die anhaltenden Diskussionen um den richtigen Weg aus der Schuldenkrise Griechenlands und die Furcht, dass die gemeinsame europäische Währung Schaden nehmen könnte, drückt auf die Konsumstimmung. In der Folge haben sich die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Bundesbürger im Juli abgeschwächt, wie die Marktforscher der GfK am Dienstag berichteten. Auch die Anschaffungsneigung sei, wenn auch sehr moderat, zurückgegangen. „Damit überlagern derzeit die Ereignisse um die Schuldenkrise die guten inländischen Rahmenbedingungen“, schreiben die GfK-Forscher.

Für ihre Studie befragt die Nürnberger GfK im Auftrag der EU-Kommission jeden Monat rund 2000 Verbraucher hierzulande. Die Interviews fanden in der ersten Juli-Hälfte statt – und damit vor dem Brüsseler Gipfelbeschluss zum neuen Rettungspaket für Griechenland. Die GfK fragt die Verbraucher, wie sich ihrer Meinung nach die allgemeine wirtschaftliche Lage (Konjunkturerwartung) sowie die finanzielle Lage ihres eigenen Haushalts entwickeln wird (Einkommenserwartung) und ob es derzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu machen (Konsum- und Anschaffungsneigung). Aus den drei Indikatoren setzt sich dann das Konsumklima zusammen.

Ergebnis: Nachdem die Konjunkturerwartung im vergangenen Monat noch moderat zulegen konnte, geht sie aktuell wieder zurück. Auch die Einkommenserwartung musste im Juli wieder Verluste hinnehmen. Die Anschaffungsneigung ging dagegen nur sehr gering zurück. „Vor allem eine erfreuliche Arbeitsmarktentwicklung sorgt dafür, dass die Kauflaune der Konsumenten erhalten bleibt“, schrieben die Forscher. „Damit sind die Vorzeichen für eine gute Konsumkonjunktur in Deutschland nach wie vor gegeben.“ Der Gesamtindikator prognostiziert für August einen Wert von 5,4 Punkten nach revidiert 5,5 Zählern im Juli. vis

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben