Konsumflaute : Modekette Adler schließt 20 Märkte

Mit Marktschließungen und dem Abbau von über 500 Arbeitsplätzen reagiert die Modekette Adler auf den schwachen Konsum ihrer Kunden. Der Eigentümer Metro AG hofft, die Kette endlich verkaufen zu können.

Düsseldorf/AschaffenburgDie Modekette Adler baut bis zu 525 Arbeitsplätze in Deutschland und Österreich ab. Das teilten Adler und der Eigentümer der Modekette, Deutschlands größter Handelskonzern Metro, am Montag in Düsseldorf mit. Um die Zukunft von Adler auch in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld langfristig zu sichern, hat die Adler-Geschäftsführung nun ein breites Maßnahmenpaket beschlossen.

Demnach werden bis zu 20 Märkte in Deutschland und Österreich bis Ende 2009 geschlossen. In den Märkten würden bis zu 370 Stellen abgebaut. Zudem fielen in der Verwaltung und Logistik rund 155 Stellen weg. Die Adler-Geschäftsführung arbeite mit dem Betriebsrat an einem Plan, um den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten.

126 Märkte in Deutschland, Österreich und Luxemburg

Adler hat knapp 4000 Mitarbeiter (auf Vollzeit gerechnet). Damit entspricht der Abbau von insgesamt 525 Stellen mehr als jedem achten Arbeitsplatz im Unternehmen. Die Kette, deren Zentrale in Haibach bei Aschaffenburg sitzt, hat 126 Modemärkte in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Der Umsatz belief sich 2007 auf 518 Millionen Euro. Bedingt durch die anhaltende Konsumzurückhaltung habe sich das Geschäft von Adler im ersten Halbjahr 2008 deutlich eingetrübt.

Zur Metro gehören die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Kaufhof-Warenhäuser. Adler wird von dem Düsseldorfer Konzern seit 2004 nur als Finanzbeteiligung geführt. Adler steht bereits seit Jahren auf der Verkaufsliste der Metro.

Die Metro AG hatte erst am Freitag mitgeteilt, dass sie Adler in ihren Büchern komplett abschreibt. Dadurch fallen im zweiten Quartal 2008 bei der Metro nicht zahlungswirksame Aufwendungen in Höhe von 312 Millionen Euro sowie Belastungen aus den Mietverpflichtungen von 63 Millionen Euro an. Die Verkaufsabsichten würden intensiviert. (mpr/dpa)

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