• Konsumflaute und Reisetochter belasten Karstadt-Quelle Gewinn sinkt um 70 Millionen Euro Lebensmittel künftig von Rewe

Wirtschaft : Konsumflaute und Reisetochter belasten Karstadt-Quelle Gewinn sinkt um 70 Millionen Euro Lebensmittel künftig von Rewe

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(dpa). Der Warenhaus und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang verbucht. Wegen der anhaltenden Konsumschwäche in Deutschland und der schwachen Entwicklung bei der Reisetochter Thomas Cook sei das Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen und ertragsabhängigen Steuern von 294 Millionen auf 225 Millionen Euro gesunken, teilte der Konzern am Donnerstagabend in Essen nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Karstadt-Quelle hatte bereits im November gewarnt, dass die bis dato gültige Prognose von 250 Millionen Euro nicht erreicht werden könne.

Unterdessen wurde entschieden, die Lebensmittelabteilung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Rewe Handelsgesellschaft einzubringen. Der Aufsichtsrat habe der Gründung eines Joint-Ventures mit Rewe zum Betrieb der Abteilungen in den Karstadt-Warenhäusern zugestimmt, teilte der Konzern mit. Früheren Angaben zufolge sollen die 72 Lebensmittelabteilungen in den Karstadt-Warenhäusern ihren Namen Karstadt behalten. Bislang lieferte die Genossenschaftsgruppe Edeka als Großhändler die Lebensmittel. Der Vertrag läuft Ende 2004 aus. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Pläne des Unternehmens als Ausgliederung bewertet, von der bundesweit 4000 Mitarbeiter betroffen seien.

Wie Karstadt-Quelle mitteilte, ging der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter von 162 Millionen auf 108 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,01 Euro nach 1,40 Euro im Jahr zuvor. Beim Umsatz verzeichnete Karstadt-Quelle wie bereits im Januar gemeldet einen Rückgang von 3,4 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Dabei sei vor allem die zweite Jahreshälfte enttäuschend verlaufen, hieß es. Den Aktionären will der Konzern eine unveränderte Dividende von 0,71 Euro zahlen. Wie ferner bekannt wurde, wollen Vorstände und Aufsichtsräte des Konzern freiwillig auf einen Teil ihrer Bezüge verzichten. Über die Höhe des Verzichts wurde nichts bekannt.

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