Konsumklima : Steigende Preise dämpfen die Kauflaune

Im März wird die Inflation voraussichtlich erneut mehr als zwei Prozent betragen. Ein Preistreiber ist die Energie.

Nürnberg - Die schneller steigenden Preise dämpfen die Stimmung der Verbraucher. Die Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Kauflaune gehen in den kommenden Wochen voraussichtlich leicht zurück, wie das Nürnberger Meinungsforschungsunternehmen GfK am Dienstag mitteilte.

Die Inflationsrate lag im März voraussichtlich erneut über zwei Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen wie schon im Vormonat nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Dienstag um 2,1 Prozent. Im Vergleich zu Februar stiegen die Preise demnach um 0,5 Prozent. Hauptursache sind den Angaben zufolge – wie in den vergangenen Monaten – Preissteigerungen bei Energieprodukten, insbesondere bei leichtem Heizöl und Kraftstoffen. Ein höherer Wert für die Inflationsrate war zuletzt im Oktober 2008 verzeichnet worden. Damals stiegen die Preise kurz vor der Wirtschaftskrise noch kräftig um 2,4 Prozent.

Die zuletzt stärkere Teuerung habe Inflationsängste unter den Verbrauchern geschürt, die sich im Konsumklima niederschlügen, erklärte die GfK. Hinzugekommen seien Unsicherheiten aufgrund der Unruhen in Nordafrika. All das habe dazu beigetragen, dass die Sorgen der Verbraucher die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland überlagerten.

Die psychologischen Folgen der Japan- Krise sind in die Konsumklimastudie für März noch nicht eingeflossen; GfK-Chef Klaus Wübbenhorst geht allerdings davon, dass die Ereignisse in Japan die Konsumstimmung weiter eingetrübt haben. Aktuell hat zu der leichten Abwärtsentwicklung vor allem der wachsende Konjunkturpessimismus der Verbraucher beigetragen. Die Konjunkturerwartung sank von 57,1 auf 49,5 Punkte. Viele Haushalte rechneten zudem mit etwas geringeren Einkommen als in den Vormonaten – der entsprechende Wert rutschte von 42,9 auf 40,5 Punkte. Entsprechend wollten Verbraucher ihre Ausgaben drosseln und die eine oder andere Anschaffung erst einmal zurückstellen; die Anschaffungsneigung ging von 38,9 auf 34,3 Punkte zurück. Das Konsumklima werde daher im April von 6,0 auf 5,9 Prozent sinken. Insgesamt aber sähen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft weiter im Aufwind. Allenfalls rechneten sie damit, dass die Dynamik angesichts der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten sowie rasant steigender Energie- und Rohstoffpreise etwas nachlassen wird, berichtete die GfK. AFP/dpa

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