Wirtschaft : Kontaktpflege in Rußland

Der Bundeswirtschaftsminister reist zum Kooperationsrat

BERLIN(dpa/val).Die deutsch-russischen Beziehungen haben auch in den russischen Provinzen Aufwind.Zum diesjährigen russischen Kooperationsrat reist Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt am kommenden Mittwoch mit 40 deutschen Unternehmern nach Jekaterinenburg.Der Tagungsort am Rande des Ural solle die wachsende Bedeutung der russischen Regionen für die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland unterstreichen, erklärte Rexrodt dazu in Bonn.Auch mehrere Gouverneure russischer Regionen würden an dem dreitägigen Treffen teilnehmen. Breiten Raum sollen in diesem Jahr die rechtlichen und steuerlichen Bedingungen für Handel und Investitionen einnehmen.Außerdem wollen die deutschen Unternehmen mit ihren russischen Handelspartnern über Energiewirtschaft, Dienstleistungen und Bergwerktechniken sprechen.Namhafte Unternehmen aus der Bundesrepublik reisen mit, unter ihnen die Dresdner Bank, die Leipziger Rückversicherung, sowie auch Thyssen, Zeiss und Ruhrgas. Viele treffen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) auf dieser sechsten Tagung des Kooperationsrates mit Handelspartnern zusammen, die ihnen bereits bekannt sind und die in gleichen oder verwandten Branchen tätig sind.Der Rat tagt jährlich im Wechsel in Deutschland und Rußland.Der ökonomische Austausch dieser Unternehmer sei unterschiedlich, hieß es im BMWi: Verkaufs- und Kaufgeschäfte bahnten sich ebenso an wie Vereinbarungen über die Erschließung gemeinsamer Gasfelder.Darüberhinaus sprächen die Unternehmen bei den Treffen über Schwierigkeiten, die sich bei vergangenen Handelsgeschäften ergeben hätten - so hätten Unternehmer diese Gelegenheit schon genützt, um russischen und deutschen Politikern Probleme bei der Zollabfertigung zu schildern. Nach dem tiefen Einbruch von 1991 haben sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland allmählich wieder verbessert.Das liegt laut BMWi an der zunehmend stablilen Wirtschaftslage in Rußland.Zum ersten Mal seit 1990 nahmen die deutschen Exporte nach Rußland im vergangenen Jahr um 11,3 Prozent auf 11,5 Mill.DM wieder zu.Das Handelsvolumen wuchs um zwölf Prozent auf 27 Mill.DM.Die deutschen Direktinvestitionen verharrten allerdings auf einem relativ niedrigen Niveau.Die wirtschaftliche Bedeutung der russischen Regionen wächst dem BMWi zufolge.Und weil Rußland wie Deutschland ein föderaler Staat sei, müßten deutsche Unternehmer und Politiker gerade den Kontakt zu den regionalen Autoritäten suchen.Diese ließen sich "noch weniger von Moskau sagen als Bayern von Bonn". Bei der Vermittlung und Abwicklung von Geschäften zwischen deutschen und russischen Unternehmen spielt die staatliche Ebene laut BMWi mehr als in osteuropäischen Ländern wie Polen oder der Tschechei eine Rolle.Die Regierungen hätten in vielen Unternehmen noch die Fäden in der Hand, hieß es.Folglich bräuchten die deutschen Unternehmen für den Handel mit diesem Land "einen Türöffner, den Rexrodt spielt".

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar