Kontinent unter Druck : Afrika leidet unter der Krise in China

Der weltweite Rohstoffhunger hat afrikanischen Ländern zuletzt von bis zu sieben Prozent beschert. Einer der Treiber war das starke China - das zeigt sich auch jetzt in der Krise.

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Das rohstoffhungrige China investierte viele Jahre lang kräftig in Afrika. Das ändert sich. Zudem macht der Ölpreis Probleme. Das Foto zeigt einen Mitarbeiter des Konzerns Power China mit Arbeitern an der Elfenbeinküste.
Das rohstoffhungrige China investierte viele Jahre lang kräftig in Afrika. Das ändert sich. Zudem macht der Ölpreis Probleme. Das...Foto: AFP

Der fallende Ölpreis war für die afrikanischen Ökonomien der Vorbote der Krise in China. Die fallenden Preise für Eisen, Kupfer und andere Mineralien waren der zweite Schock. Die Abwertung des Yuan und die Börsenturbulenzen in China sind ein weiteres Indiz dafür, dass das vor allem rohstoffgetriebene starke Wachstum in Afrika in den vergangenen zehn bis 15 Jahren an sein Ende gekommen ist. Worauf Afrika sich einstellen muss, sind über längere Zeit niedrigere Rohstoffpreise und weniger chinesische Direktinvestitionen auf dem Kontinent.

Am härtesten trifft die chinesische Wirtschaftskrise Angola

Der Energie- und Rohstoffhunger hat in Afrika in den vergangenen Jahren ein stetes Wachstum von fünf bis sieben Prozent ausgelöst, worauf die Regierungen sehr stolz waren. Doch vor allem die rein ölgetriebenen Wirtschaften spüren immer stärker, dass es etwas leichtsinnig war, die Ökonomien in guten Zeiten nicht stärker zu diversifizieren. Am härtesten trifft die chinesische Wirtschaftskrise Angola, dessen Wirtschaftsleistung zu mehr als 30 Prozent durch den Export von Öl gekennzeichnet ist. Auch Äquatorial-Guinea und der Tschad sind von den fallenden Ölpreisen auf dem falschen Fuß erwischt worden. Dort wird der Staatshaushalt bis zu 60 Prozent aus den Öleinnahmen bestritten.

Nigeria hat Südafrika als größte Ökonomie Afrikas abgelöst

Selbst Nigeria leidet unter dem niedrigen Ölpreis, der auch seine Währung, den Naira, stark unter Druck gesetzt hat. Der Naira hat seit 2014 rund 20 Prozent seines Werts verloren. Die nigerianische Zentralbank hat darauf mit höheren Zinsen reagiert, die wiederum die Inflation erhöht haben. Dabei ist Nigeria viel besser auf die Veränderungen vorbereitet als in früheren Zeiten niedriger Ölpreise. Mehr als die Hälfte der nigerianischen Wirtschaftsleistung wird inzwischen von Dienstleistungen und der Landwirtschaft erarbeitet.

Nigeria hat Südafrika als größte Ökonomie Afrikas abgelöst. Das nigerianische Budget wird aber immer noch zu mehr als 70 Prozent aus den Öleinnahmen bestritten. Die Regierung hat Ausgabenkürzungen um rund 25 Prozent beschlossen.

Die Kupfernachfrage aus China hat in Sambia deutlich nachgelassen

Das geht vor allem auf Kosten der Staatsinvestitionen, die die Infrastruktur verbessern sollen. Das wiederum dürfte den Diversifizierungsprozess der Wirtschaft etwas bremsen. Nigeria dürfte von der chinesischen Krise weniger hart getroffen werden als Südafrika und vor allem Sambia. Sambia lebt vor allem von seinen Kupferminen, und die Investoren in diese Minen kommen alle aus China.

Die Kupfernachfrage aus China hat deutlich nachgelassen. Und die steigende Nachfrage aus Europa, wo der Aus- und Umbau der Hoch- und Höchstspannungsstromnetze bevorsteht, hat noch nicht so stark eingesetzt, dass die Einbrüche auszugleichen wären. Allerdings hat Sambia in den vergangenen Jahren vielen in Simbabwe vertriebenen weißen Farmern Land zur Verfügung gestellt, und diese Investitionen beginnen sich langsam auszuzahlen.

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