Wirtschaft : Kontrolle von Hedgefonds gefordert DGB und Regierung wollen mehr Transparenz

Berlin - Die Forderung nach einer schärferen Kontrolle von spekulativen Hedgefonds und Beteiligungsfirmen wird lauter. Im Vorfeld des G-8-Gipfels in Heiligendamm bekräftigte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Mittwoch seinen Appell an die Bundesregierung, sich international für mehr Transparenz und Aufsicht der Finanzinvestoren einzusetzen. „Wir können nicht hinnehmen, dass Hedgefonds und Private-Equity-Firmen praktisch unkontrolliert weltweit agieren können“, sagte DGB-Chef Michael Sommer am Mittwoch in Berlin. Einem Viertel der Firmen mit Private-Equity-Finanzierung drohe die Pleite. „Wir brauchen Elemente der Regulierung – und zwar sehr konkret“, sagte Sommer. Finanzinvestoren verwalten zurzeit weltweit ein Vermögen von 1,6 Billionen Euro.

In einer von der Heinz-Böckler-Stiftung in Auftrag gegebenen Untersuchung wird unter anderem vorgeschlagen, Kredite an Hedgefonds mit Mindestkapitalanforderungen zu verknüpfen. Die Gesellschaften könnten zudem gezwungen werden, über ihre Vermögens- und Eigentümerstruktur sowie ihre Strategie Auskunft zu geben. Auch sollten die Stimmrechte der Aktionäre nach der Haltedauer differenziert werden.

Finanzstaatssekretär Thomas Mirow (SPD) versicherte, das Thema Regulierung werde in der kommenden Woche auf dem G-8-Gipfel besprochen. Ziel der Gespräche sei es, mögliche Risiken für die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu begrenzen. Die immer einflussreicheren Hedgefonds müssten sich „berechtigten Fragen der Öffentlichkeit und der Aufsichtsbehörden stellen“, sagte Mirow in Berlin. Chancen für eine gesetzliche Regulierung der Fonds sieht Mirow indes so wenig wie der DGB; es müsse deshalb um eine indirekte Kontrolle gehen. Widerstand gegen eine schärfere Aufsicht kommt vor allem aus den USA und Großbritannien, wo die meisten Fonds ihren Sitz haben. mot

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