Wirtschaft : Konzentrierung auf Kernsparten

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Mit der Rheinmetall geht es aufwärts: "Jetzt wird nicht mehr gegackert, sondern gelegt", beschrieb der neue Vorstandsvorsitzende, Klaus Eberhardt, am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz die neue Ausrichtung des Mischkonzerns. Angesichts der ersten Zahlen sei er für das Jahr 2000 zuversichtlich und rechne mit einem Umsatz von 4,7 (Vorjahr 4,5) Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern wird Eberhardt zufolge im laufenden Jahr rund 100 Millionen Euro betragen, nachdem es im Vorjahr um 80 Prozent auf 30 Millionen Euro eingebrochen war.

Wiederholt kündigte der Schwabe einen neuen Unternehmensstil an. Im Unterschied zu seinem Vorgänger, Hans Brauner, würde er einen "anderen Akzent" setzen. Akquisitionen stünden nicht mehr an erster Stelle, sondern Innovation. Eberhardt will in Zukunft wachsen, aber "dabei auch verdienen". So solle die Umsatzrendite bis 2002 auf fünf Prozent steigen (1999: 0,7 Prozent). Die Mitarbeiterzahl, die 1999 bei rund 33 000 lag, werde hingegen ungefähr gleich bleiben. Auch in Zukunft wolle man an einer kontinuierlichen Dividendenpolitik festhalten. Trotz des Jahresfehlbetrags von sechs Millionen Euro wird Rheinmetall seinen Aktionären 0,44 (0,46) Euro je Stammaktie und 0,50 (0,51) Euro je Vorzugsaktie zahlen.

Schon 1999 hatte sich der Mischkonzern von fünf auf drei Geschäftsbereiche beschränken wollen, was aber am Verkauf der Jagenberg sowie der Büromöbeltochter Mauser Waldeck gescheitert war. Eberhardt zufolge ist der Verkauf von Mauser Waldeck jetzt an die holländische Arend NV so gut wie abgeschlossen. Zudem verhandele der Vorstand mit potenziellen Käufern über Jagenberg - auch Finanzinvestoren kämen in Frage. Wohlweislich hat der Vorstand den Verkaufserlös aber in der Ergebnis-Prognose von 100 Millionen Mark nicht berücksichtigt. Insgesamt rechnet Eberhardt mit schwarzen Zahlen. Auch Jagenberg werde nach einem Minus von 28 Millionen Euro im vergangenen Jahr wieder ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. In den nächsten Jahren will sich Rheinmetall nur noch auf die drei Kernsparten Automotive, Elektronik und Wehrtechnik konzentrieren, die vom Umsatz und von der Mitarbeiterzahl her in etwa gleich stark bleiben sollen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Geschäftsbereichen hatte die Wehrtechnik 1999 rote Zahlen geschrieben, was aber an außergewöhnlichen Aufwendungen der Rheinmetall-Tochter STN-Atlas gelegen habe. Die Gerüchte, der mit 66 Prozent größte Anteilseigner der Rheinmetall, die Röchling-Gruppe, wolle seine Anteile veräußern, dementierte Eberhardt.

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