Wirtschaft : Konzern vervierfacht Quartalsgewinn durch Verkäufe - T-Online soll AOL bald weltweit überholen

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Mit dem Verkauf von Beteiligungen hat die Deutsche Telekom in den ersten drei Monaten 2000 ihre Bilanz kräftig aufpoliert. Der Konzernüberschuss habe sich von 0,5 Milliarden auf 1,9 Milliarden Euro verbessert, teilte der Telefonkonzern am Mittwoch in Bonn mit. Begründet wurde der Anstieg mit dem Verkauf der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Global One an die France Télécom. Auf vergleichbarer Basis habe der Gewinn mit rund 510 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Ein deutliches Wachstum verzeichnete die Telekom auch beim Umsatz mit 15,4 Prozent auf 9,5 Milliarden Mark. In diesen Zahlen machte sich unter anderem die Einbeziehung der neuen Mobilfunktöchter Maxmobil (Österreich) und One-2-One (Großbritannien) bemerkbar. Ohne diese Effekte sei der Umsatz um 4,3 Prozent gestiegen. Einbußen in der Sparte Netzkommunikation seien durch die Wachstumsbereiche Mobilfunk, Datenkommunikation und T-Online deutlich überkompensiert worden.

Diese Geschäftsfelder expandieren unvermindert weiter: Im Mobilfunk zählte die Telekom Ende März 18,6 Millionen Teilnehmer, fast drei Millionen mehr als Ende 1999. Die Umsätze bezifferte das Unternehmen auf 1,9 Milliarden Euro. Davon seien 44 Prozent auf One-2-One und Maxmobil entfallen. Hohe Firmenwertabschreibungen durch Zukäufe und Kosten für die Werbung von Neukunden drückten die Mobilfunksparte mit 310 Millionen Euro in die roten Zahlen.

Größter Umsatzträger der Telekom bleibt Netzkommunikation mit knapp vier Milliarden Euro (minus neun Prozent). Den Rückgang der Geschäfte begründete das Unternehmen vor allem mit Tarifsenkungen in den vergangenen Monaten. Die Zahl der Verbindungsminuten habe sich gegenüber dem ersten Quartal 1999 um zehn Prozent auf 53,2 Milliarden erhöht. Zu dieser Entwicklung hätten vor allem Zuwächse bei T-Online sowie bei Verbindungen vom Festnetz zu Mobilfunknetzen beigetragen.

Das laufende Geschäftsjahr werde weiterhin im Rahmen der Stärkung der vier strategischen Geschäftsfelder Mobilfunk, Online, Netzzugang und Systemlösungen durch Abschreibungen belastet sein. Andererseits werde der Konzerngewinn vom Verkauf von Mehrheitsanteilen am Breitbandkabelnetz positiv beeinflusst.

An der Börse brach die Telekom-Aktie aber auf Grund von Gerüchten über eine angebliche Gewinnwarnung ein. Die Telekom wollte keine Stellung dazu nehmen. In Unternehmenskreisen hieß es aber, die Gerüchte entsprächen nicht der Wahrheit. Die T-Aktie verbilligte sich bis gegen Mittag um mehr als fünf Prozent auf 62,56 Euro. Gegenüber ihrem Allzeithoch vom 6. März dieses Jahres, als der Titel 104,90 Euro kostete, hat die Aktie damit mehr als 30 Prozent an Wert verloren.

In einem Interview mit der Zeitschrift "Capital" kündigte Konzernchef Ron Sommer an, die Deutsche Telekom wolle die Internet-Nutzung in Deutschland stark verbilligen und eine Offensive für schnelles Internet starten. Mit starkem Engagement im elektronischen Handel (E-Commerce) solle die Tochterfirma T-Online in einigen Jahren AOL weltweit überholen. Zur Jahresmitte werde die Telekom einen Pauschalpreis von deutlich unter 100 Mark im Monat für schnellen Internetzugang (T-DSL) einführen. Dafür könnten Kunden des ISDN-Anschlusses XXL der Telekom rund um die Uhr mit zwölffacher ISDN-Geschwindigkeit Dateien im Internet aufrufen. Später sei ein 19-faches ISDN-Tempo geplant.

T-Online werde in Kürze weitere Partner in den Bereichen Tourismus und Bildung vorstellen und damit ihre strategische Basis über die Bank Comdirect und den Online-Buchhändler Booxtra hinaus verbreitern.Mehr zum Thema unter www.meinberlin.de/telekom

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