Wirtschaft : Konzern will Marke ausbauen - Wünsche-Aktie auf Tief

Die Mode- und Lifestyle-Firma Joop GmbH soll unter dem Dach des Hamburger Wünsche-Konzerns weiter ausgebaut werden. "Joop zählt zum Fundament der Wünsche AG", sagte Vorstand Wolfram Hail am Dienstag in Hamburg. Das gelte auch nach einem denkbaren Börsengang im nächsten Jahr. Es werde gegenwärtig diskutiert, die Joop GmbH in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und ihr im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Mittel zuzuführen. Es sei jedoch nicht geplant, dass Wünsche Anteile abgebe. Neben dem Börsengang seien auch andere Alternativen denkbar.

Die Wünsche AG hält 95 Prozent des Joop-Kapitals, der Designer Wolfgang Joop die restlichen fünf Prozent. Für den Erfolg des Unternehmens sei ein gutes Einvernehmen und die aktive Mitarbeit Joops wesentlich. "Die Marke Joop besitzt großes Wachstumspotenzial", sagte Hail. "Ziel ist es, Joop zu einem bedeutenden europäischen Player zu entwickeln." Dazu seien Investitionen in die Entwicklung der Kollektionen, den Vertrieb und das Marketing vorgesehen. Hail und sein Vorstandskollege Peter H. Miebach wollten jedoch über die möglichen Erlöse eines Börsengangs noch keine Angaben machen. Das sei "verfrüht". Die Marke Joop machte 1999 einen Umsatz von 517 (Vorjahr 548) Millionen Mark, die zu Lizenzeinnahmen von 43 Millionen Mark bei Wünsche führen.

Der Wünsche-Konzern sieht sich nach einer langen Durststrecke, mehreren Verlustjahren und dem Weggang des Vorstandschefs Peter Littmann nun wieder auf dem Weg nach vorn. "Viele Aktionäre und Analysten sind misstrauisch; und dieses Misstrauen müssen wir als Vorstand abbauen", sagte Miebach. Die Zeit des Mischkonzerns sei endgültig vorbei; Wünsche sei mit den vier Modeunternehmen Joop, Cinque, Miles und Jansen in den jeweiligen Marktsegmenten gut positioniert und habe großes Wachstumspotenzial. Im laufenden Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzplus von drei bis fünf Prozent und einem kleinen Gewinn. Das abgelaufene Jahr endete bei einem Konzernumsatz von 518 Millionen Mark mit einem Verlust von 34,5 Millionen Mark, was der Vorstand allerdings auf Sondereffekte und Altlasten zurückführte. Andernfalls wäre ein Gewinn von 1,8 Millionen Mark angefallen, hieß es. Die Wünsche-Aktie notierte am Dienstag mit 3,10 Euro auf einem neuem Tief.

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