Wirtschaft : Konzerne planen keine höheren Investitionen

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Düsseldorf – Deutschlands führende Industriekonzerne haben im vergangenen Jahr die Ausschüttung an ihre Aktionäre um 40 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro erhöht, die Investitionen im Inland aber um mehr als 20 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro zusammengestrichen. Das Investitionsgeschehen verlagert sich zudem ins Ausland. Denn die Gesamtinvestitionssumme sank nur um zehn Prozent auf 70,6 Milliarden Euro. Das ergab eine HandelsblattUmfrage unter den Dax-30-Gesellschaften (ohne Banken und Versicherungen).

Neue Jobs entstehen aber nur, wenn auch wieder mehr investiert wird. Danach sieht es vorerst nicht aus. Für das laufende Jahr ist keine Trendwende in Sicht. Laut den Plänen der Unternehmen bewegt sich das Gesamtinvestitionsvolumen allenfalls auf dem Vorjahresniveau.

Einige Institute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin oder das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln glauben an eine Investitionswende. Nach einer langen Pause müssten nun Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen in Gang kommen, sagt Michael Grömling vom IW. Doch die Maschinenbauer, die das als erste Branche spüren müssten, sind ganz anderer Ansicht. Der Branchenverband VDMA bewertet die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang aus dem Inland sogar als „alarmierend“. Chefökonom Ralph Wiechers sagte dem Handelsblatt, „das erste Quartal wird stark abfallen“. Schon im Januar und Februar brachen die Inlandsorders um elf Prozent ein. Wiechers sieht jedenfalls „keine Belebung der Inlandsnachfrage“. Im Gegenteil: Seit Sommer 2004 gehe es abwärts.

Die 24 befragten Konzerne wollen zusammengenommen ihre Budgets 2005 nicht aufstocken. Die Talsohle sei aber erreicht, heißt es überwiegend. fo/HB

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