Wirtschaft : Konzerne wollen nicht überall gehandelt werden

Daimler-Chrysler streicht Aktien-Notierung an zwölf Börsenplätzen – Handelsvolumen zu gering

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Berlin – Immer mehr deutsche Großkonzerne streichen ihre Notierungen an internationalen Börsen. Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler kündigte am Dienstag an, die Aktiennotierung an zwölf Handelsplätzen in Deutschland und im Ausland einzustellen. Eingestellt werden soll der Handel in Paris, Zürich, Philadelphia, Chicago, New York und Tokio sowie an den deutschen Regionalbörsen in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Hamburg-Hannover und München. Künftig sollen die Daimler-Aktien nur noch in Frankfurt, New York und Stuttgart gehandelt werden. Grund seien die geringen Handelsvolumina und die dem gegenüberstehenden Kosten. „Wir sparen damit jährlich 50 000 Euro“, sagte eine Sprecherin.

Der Autobauer ist nicht der erste deutsche Großkonzern, der seine Aktien aus dem Handel nehmen lässt. Auch die Deutsche Bank lässt die Notierung ihrer Aktie an der Börse Wien deshalb zum 30. Juni einstellen, an den Börsen Amsterdam, Brüssel, London, Luxemburg und Paris soll das Papier im Laufe des Juli gestrichen werden, auch Zürich und Tokio sollen folgen. „Vor allem der wachsende regulatorische Aufwand macht die Kosten aus“, sagte Sprecher Roland Weichert dem Tagesspiegel. Dazu gehörten zum Beispiel die Übersetzung von deutschen Ad-hoc-Mitteilungen in die jeweilige Landessprache. „Die internationale Orderübermittlung ist günstiger und schneller geworden“, sagte Weichert. Deshalb müsse man international nicht mehr überall notiert sein.

Nach einer Umfrage des Tagesspiegels sind derzeit 17 von 30 Dax-Unternehmen an ausländischen Börsen gelistet. Die Chemiekonzerne Bayer und BASF ließen bereits im vergangenen Jahr ihre Notierung in Paris streichen, Bayer zog sich zudem auch von der Mailänder Börse zurück. Trotzdem liegen die Leverkusener mit insgesamt zwölf Notierungen im In- und Ausland noch ganz vorne im Dax. Die übrigen Unternehmen hegen nach eigenen Angaben keine Streichungspläne für ihre Aktien.Tsp

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