Konzerngeschichte : Siemens ist ein Teil von Berlin

Die Wurzeln des Konzerns liegen in Berlin. Er gab Arbeit für Generationen. Noch heute ist die Hauptstadt Siemens' größter Fertigungsstandort.

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Nahaufnahme einer Gasturbine.
In Berlin fertigt Siemens Gasturbinen.Foto: p-a/dpa

Berlin - Siemens und Berlin haben viel miteinander erlebt, schon lange bevor das Unternehmen eine Dax-Größe wurde. Am 12. Oktober 1847 gründeten Werner von Siemens und der Universitätsmechaniker Johann Georg Halske in einem Kreuzberger Hinterhof den heutigen Weltkonzern – die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“, mit dem Kerngeschäft Kommunikationsmittel. Dank ihr entwickelte sich Berlin Ende des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der Elektroindustrie. 1902 zählte Siemens hier bereits 11 500 Mitarbeiter, 1936 stolze 60 000 – heute sind es noch 12 700.

Nach dem zweiten Weltkrieg verlegte der Vorstand wegen der unsicheren Zukunft der Stadt seinen Hauptsitz nach München. Bis heute ist Berlin aber zweiter Firmensitz geblieben. Doch während die Belegschaft in den siebziger Jahren noch mehr als 30 000 Berliner umfasste, vollzog das Haus seither einen deutlichen Strukturwandel. Mikroelektronik und Informationstechnik machten viele Stellen überflüssig. Nach dem Mauerfall kaufte Siemens im Osten zu, unter anderem das Bahntechnikwerk in Treptow. Doch eine Restrukturierung und der Wegfall der städtischen Förderung schrumpften die Belegschaft weiter. In den neunziger Jahren wurden eine Menge Sozialpläne geschrieben. Mit dem Verkauf des Kabelwerks an Pirelli und des Werks für elektronische Komponenten an Tyco glaubte man, Stellen erhalten zu können. Inzwischen aber sind beide Standorte dichtgemacht worden.

Noch immer ist Siemens gleichwohl der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt und Berlin größter Fertigungsstandort weltweit. Viele Komponenten, etwa für Turbinen und Spezialantriebe, bezieht das Unternehmen in der Region. Mehr als 300 Millionen hat der Konzern eigenen Angaben zufolge zudem seit 2011 in Ausbildung und Fertigungsanlagen, Forschung und Entwicklung investiert.

Der Anteil der Mitarbeiter aber, die in der Produktion beschäftigt sind, ist von einst 80 auf weniger als 50 Prozent gesunken. 2013 hat bei Siemens in Berlin die Mehrheit der Angestellten einen Hochschulabschluss.

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