Konzernsicherheit : Bahn will Daten besser schützen

Die Deutsche Bahn gibt sich reumütig. Der Konzern habe seine „Lehren aus der Vergangenheit gezogen“, erklärte der für Datenschutz zuständige Vorstand Gerd Brecht, als vor die Presse trat. Das Unternehmen hat sich mit dem Betriebsrat auf Eckpunkte für einen bessern Datenschutz für die Beschäftigten geeinigt.

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Nur für Kunden: Überwachung am Berliner Hauptbahnhof.FOTO: DPAdpa

Berlin - Erst im Frühjahr war bekannt geworden, dass die Bahn im Kampf gegen Korruption im eigenen Haus ihre Mitarbeiter systematisch überprüft und überwacht hatte. Dabei glich das Unternehmen Daten seiner Mitarbeiter und teilweise von deren Angehörigen mit Lieferantendaten ab. Zudem ließ das ehemalige Staatsunternehmen von Detektiven Informationen über Mitarbeiter beschaffen und spähte E-Mails und Festplatten aus. Bei ihrem Vorgehen verstießen die Bahn- Konzernsicherheit und die für Korruptionsbekämpfung zuständige Revision nach Erkenntnissen von Ermittlern gegen eine Reihe innerbetrieblicher Vorschriften und machten sich teilweise sogar strafbar. Seit dem wird aufgearbeitet. Auf Grundlage der neuen Übereinkünfte solle nun im kommenden Jahr eine detaillierte und endgültige Konzernbetriebsvereinbarung abgeschlossen werden, erklärte Brecht. Konzernbetriebsratschef Günter Kirchheim nannte die Eckpunkte den Grundstein für ein „sinnvolles Datenschutzqualitätsmanagement zum Schutz der Beschäftigten“.

Unterdessen teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit, dass der Gütertransport der Bahn durch die Wirtschaftskrise drastisch eingebrochen ist. Demnach beförderte die Bahn in den ersten neun Monaten des Jahres 226,4 Millionen Tonnen Rohstoffe und Industrieerzeugnisse – ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings habe sich der Negativtrend inzwischen abgeschwächt. Grund für den Einbruch sei vor allen Dingen der schwächelnde Export und die schwindende Nachfrage aus dem Ausland, erklärten die Statistiker. So schrumpfte der Transport in andere Länder um knapp 30 Prozent. Am stärksten reduzierten die Stahlindustrie und die chemische Industrie den Transport per Bahn. Stabil waren dagegen die Mineralöl-Transporte. AFP/dpa

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