Konzernumbau bei der Deutschen Bahn : Einzige Frau im Vorstand geht als erstes

Heike Hanagarth ist die einzige Frau im Vorstand der Deutschen Bahn und das erste Opfer des Konzernumbaus auf Vorstandsebene. Sie verlasse den Vorstand "einvernehmlich" hieß es - und mit Ronald Pofalla steht bereits ein Mann in den Startlöchern, in den Vorstand aufzurücken.

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Weg vom Fenster: DB-Vorständin Heike Hanagarth.
Weg vom Fenster: DB-Vorständin Heike Hanagarth.Foto: dpa

Heike Hanagarth, Vorständin bei der Deutschen Bahn für Technik und Umwelt, legt ihr Mandat im Zuge des Konzernumbaus nieder. Das gab die Deutsche Bahn in Berlin bekannt. Noch in diesem Monat wird sie den Vorstand verlassen; das geschehe einvernehmlich, heißt es in der Mitteilung der Bahn. Mit Hanagarth fällt ausgerechnet die einzige Frau im sechsköpfigen Vorstand dem Konzernumbau zum Opfer. Sie war erst im Dezember 2013 in den Vorstand berufen worden, zuvor hatte sie in München die Bayrischen Motorenwerke geleitet.

Wenn es nach Konzernchef Rüdiger Grube geht, muss die Bahn schlanker, effizienter und schneller werden – und das bitte im Rekordtempo. Im Juni hatte er eine "Revolution" angekündigt und zu einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 27. Juli eingeladen. Bereits zwei Tage später, am 29. Juli, später will er den Konzernumbau, zusammen mit der Halbjahresbilanz, der Öffentlichkeit präsentieren. Schon im Juni war zu befürchten, dass auch einige Vorstandsmitglieder würden gehen müssen. Nun trifft es Hanagarth als erste. Weitere Umbesetzungen dürften folgen. So geht Logistik-Chef Karl-Friedrich Rausch Ende des Jahres ohnehin in den Ruhestand, sein Geschäftsbereich könnte künftig nicht mehr im Vorstand vertreten sein. Und auch andere Vorstände sollen unbestätigten Meldungen zufolge eventuell gehen.

Dabei hatte Grube sich recht lange Zeit damit gelassen, wichtige Probleme im Konzern anzugehen, wie Kritiker ihm vorwerfen. Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen, hatte gesagt, dass Grube zu lange „der charmante Kommunikator“ gewesen sei und es versäumt habe, die Fehler seines Vorgängers Hartmut Mehdorn zu korrigieren.

Ein prominenter und sehr umstrittener Neuzugang in den Vorstand deutet sich aber bereits an: Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) soll in den Vorstand berufen werden. Wahrscheinlich schon vor Ablauf der einjährigen Wartezeit.

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