Konzernumbau : Löscher verpasst Siemens eine neue Struktur

Der neue Siemens-Chef Peter Löscher will Deutschlands größten Elektrokonzern in drei Bereiche umbauen. Das Tochterunternehmen Osram bleibt weiter beim Konzern. Kopfzerbrechen bereitet das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks.

MünchenKünftig solle das Unternehmen auf den drei Säulen Infrastruktur, Energie und Gesundheit stehen, sagte Löscher. Die Verantwortlichen für diese drei Arbeitsgebiete ziehen in den Konzernvorstand ein, der damit ein neues Gesicht bekommt und voraussichtlich verkleinert wird. An der Licht-Tochter Osram will Löscher entgegen hartnäckigen Spekulationen über einen Börsengang festhalten. Auch sonst wolle er nicht alles auf den Kopf stellen. "Siemens war, ist und bleibt ein integrierter Technologiekonzern."

Löscher ist am kommenden Montag (8. Oktober) 100 Tage im Amt. Er habe das Unternehmen in dieser Zeit sehr gut kennengelernt, sagte der Vorstandsvorsitzende. "Ich will nicht das ganze Portfolio wild verkaufen." So sei er mit der Arbeit des Licht-Spezialisten Osram und mit dem Gemeinschaftsunternehmen Bosch Siemens Hausgeräte ausgesprochen zufrieden. Beide sollen ebenso im Konzern bleiben wie die renditeschwache Verkehrstechnik.

Nokia Siemens Networks läuft nicht nach Plan

Handlungsbedarf sieht Löscher in anderen Bereichen. So sei er mit dem verlustreichen Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks "sehr unzufrieden". Der neue Telekomausrüster entwickle sich schlechter als geplant. Auch mit der Lage beim Computerhersteller Fujitsu Siemens könne man nicht zufrieden sein. In Branchenkreisen wurde darauf verwiesen, dass Siemens an Verträge gebunden sei und nicht so einfach aus den Gemeinschaftsunternehmen aussteigen könne.

Siemens wolle auch nach einer Einigung mit den Justizbehörden in Deutschland die Aufklärung des Schmiergeldskandals weiter vorantreiben, betonte Löscher. "Compliance ist bei uns Chefsache. Hier sind wir gut vorangekommen." Am Vortag hatte Siemens eine Geldbuße von 201 Millionen Euro wegen Korruptionsdelikten in der früheren Telekommunikationssparte Com akzeptiert. Die Staatsanwaltschaft stellt im Gegenzug ihre Ermittlungen gegen das Unternehmen ein. (mit dpa)

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