Wirtschaft : Kooperation: Ericsson und Sony wollen gemeinsam Handys produzieren

hst/ga

Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson und der japanische Unterhaltungselektronikriese Sony haben Gespräche über die Bildung eines gemeinsamen Handy-Unternehmens bestätigt. Entscheidungen seien noch nicht gefallen, erklärten Sprecher beider Konzerne. Nach japanischen Presseberichten planen beide Konzerne noch innerhalb dieses Jahres, ein Gemeinschaftsunternehmen für Entwicklung, Design und Vertrieb der Handys für den dritten Mobiltelefonstandard UMTS mit Sitz in Großbritannien zu bilden. Über die möglichen Anteile der Konzerne an dem neuen Unternehmen ist bisher nichts bekannt.

Nach unbestätigten Meldungen sei bereits ein Rahmenabkommen ausgearbeitet, jedoch noch nicht unterzeichnet worden. Darin würden sich beide Konzerne verpflichten, Investitionen in Milliardenhöhe für das Joint Venture zu tätigen. Am heutigen Freitag legt Ericsson neben den Quartalszahlen auch Details zu einem bereits angekündigten Sparprogramm vor, das ein Volumen von 20 Milliarden Kronen (2,2 Milliarden Euro) haben und vermutlich die Streichung von bis zu 10 000 Stellen umfassen wird. Details zu der Ericsson-Sony-Kooperation werden nach Handelsblatt-Informationen aber nicht bekannt gegeben. Möglicherweise sollen sie kommende Woche präsentiert werden.

Eines ist jedoch schon jetzt sicher: Eine japanisch-schwedische Handy-Allianz wird den Druck auf die Konkurrenz, vor allem den finnischen Weltmarkführer Nokia, deutlich erhöhen. Denn mit der Einführung des Mobiltelefonstandards der dritten Generation (UMTS) werden sich die Handys zu Multimedia-Apparaten entwickeln. Gerade auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik dominieren heute japanische Konzerne, allen voran Sony. Experten gehen deshalb davon aus, dass beide Unternehmen von einer Zusammenarbeit profitieren werden. Sony stellt eigene Handys her, konnte 2000 aber nur sieben Millionen Mobiltelefone weltweit absetzen und erreichte einen Weltmarktanteil von zwei Prozent. Ericsson kam mit 43 Millionen auf einen Anteil von rund zehn Prozent. Sony könnte Ericssons etabliertes Vertriebsnetz für eine bessere Präsenz nutzen. Die Schweden würden hingegen Nutznießer von dem Know-how der Japaner in der Unterhaltungselektronik und im Design sein. Außerdem gilt Sony als idealer Partner für den Weltmarktführer bei Mobilfunknetzwerken, da der Konzern in diesem Bereich nicht tätig ist.

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